Immofinanz: Staatsanwalt hat Petrikovics/Leitgeb Anklage geschickt

11. Juni 2015, 18:35
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Rechtsvertreter der Angeklagten weisen Vorwürfe vehement zurück - Einspruch gegen Anklage wird geprüft

Wien - Neue Runde in der rechtlichen Abwicklung diverser Vorfälle rund um die Immofinanz. Wie der "Kurier" (Freitagausgabe) berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Ex-Immofinanz-Boss Karl Petrikovics, dem früheren Tennis-Manager Leitgeb sowie drei Ex-Immofinanz-Mitarbeitern eine 33 Seiten starke Anklage zustellen lassen. Der Verdacht: Untreue. Der mutmaßliche Schaden: rund eine Million Euro.

Die Rechtsvertretungen von Leitgeb und Petrikovics dementieren ein Verschulden heftig.

Es geht dabei um die "Villa Esmara" in der Monte Carlo. Sie sollte ein einzigartiges Trainingszentrum für Spitzensportler werden. Das Promi-Projekt des Ex-Tennisverbands-Präsidenten Leitgeb und dem Finanzier Immofinanz war aber möglicherweise auf Sand gebaut.

Nachdem Mietzahlungen ausgeblieben sind sollen sich Leitgeb und die Immofinanz auf eine Schadenersatzzahlung geeinigt haben und das Objekt wurde verkauft, wofür Leitgeb eine Provision von 400.000 Euro erhalten haben soll, so der "Kurier". Auch die bereits geleisteten Schadenersatzzahlungen aus dem Mietvertrag forderte Leitgeb demnach zurück. Unterm Strich soll die Immofinanz mehr als eine Million Euro an Leitgeb, seine Stiftung und seine Wiener Firma überwiesen haben.

"Die Vorwürfe sind falsch. Die Villa war für Sportler nicht benützbar", kontert Roland Kier, Strafverteidiger von Ronnie Leitgeb im Gespräch mit dem "Kurier". "Mein Mandat hat einen zivilrechtlichen Vergleich mit der Immofinanz geschlossen, aus dem die Zahlungen resultieren." Nachsatz: "Mein Mandant hat schließlich auch den Käufer für die Villa gebracht."

Auch Otto Dietrich, Verteidiger von Ex-immofinanz-Chef Karl Petrikovics, weist die Vorwürfe zurück. Dietrich sagt zu der Zeitung: "Wir prüfen derzeit, ob wir einen Einspruch gegen die Anklage einbringen werden." (APA, 11.6.2015)

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