Pro-Flüchtlingskampagne des UNHCR in Ungarn

11. Juni 2015, 14:15
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UNHCR: Neue Plakate überschneiden sich zufällig mit Regierungskampagne

Budapest/Genf – "Die UNO steigt in den Plakatkrieg in Budapest ein" – so betitelten ungarische Medien am Donnerstag eine Plakataktion des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) anlässlich des Internationalen Flüchtlingstags am 20. Juni. Die UNHCR-Kampagne zeigt positive Geschichten von in Ungarn lebenden Flüchtlingen. Eine Überschneidung mit der Anti-Einwandererkampagne der ungarischen Regierung sei Zufall, hieß es.

Seit einigen Tagen hängen im ganzen Land Plakate der rechtskonservativen Regierung von Premier Viktor Orbán, auf denen Asylwerber gewarnt werden. "Wenn Du nach Ungarn kommst, darfst Du den Ungarn ihre Arbeit nicht nehmen", heißt es etwas auf einem der Riesenplakat. Kritiker bezeichneten die Regierungskampagne als "Hetze" gegen Flüchtlinge, die Opposition hat zur Zerstörung der Plakate aufgerufen.

Positivbeispiele in U-Bahnstationen

Das UNHCR startet nun eine eigenen Plakataktion in den Budapester Metro-Stationen. Auf den Plakaten der Organisation werden Flüchtlinge gezeigt, die in Ungarn leben und arbeiten, wie der Kricketspieler der Ungarischen Nationalmannschaft Zeeshant (19) aus Pakistan, der auf seinem Plakat erklärt: "Für dieses Land möchte ich gut spielen!". Oder Begum Ali (41) aus Bangladesch, der sagt: "Hier wollen wir leben, deswegen eröffneten wir ein Restaurant". Sophie (31) aus dem westafrikanischen Togo, arbeitet in einem staatlichen Kindergarten, sie wird mit dem Zitat abgebildet: "Die Kinder haben keine Vorurteile".

Mit der Plakataktion soll laut UNHCR gezeigt werden, dass es sich bei den Flüchtlingen um gewöhnliche Menschen handelt, die außerordentlich Schweres durchgemacht hätten. Erhielten diese Menschen eine Chance der Eingliederung, würden sie mit Freude zur Entwicklung des Landes, das sie aufgenommen hat, beitragen. Das UNHCR hatte der Orbán-Regierung jüngst vorgeworfen, die Fremdenfeindlichkeit zu fördern. Besorgnis würde erregen, dass Flüchtlinge als Gefahr für das Land dargestellt würden. (APA, 11.6.2015)

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