Fuest folgt Sinn als Ifo-Chef nach

11. Juni 2015, 14:16
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Hans-Werner Sinn leitet seit Februar 1999 das Institut für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest übernimmt ab April 2016

Mannheim/München – Die Entscheidung über die Nachfolge des prominenten Ifo-Chefs Hans-Werner Sinn ist gefallen: Der Wirtschaftsprofessor und Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, wird neuer Chef des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung werden, heißt es in einer Aussendung des Ifo.

Fuest war bereits seit einigen Monaten im Gespräch für den Posten gewesen. Dem Bericht zufolge wurde das gemeinsame Berufungsverfahren von Ifo Institut und Ludwig-Maximilians-Universität München sehr schnell abgeschlossen. Fuest übernehme ab 1. April 2016 die Nachfolge von Sinn und werde damit der sechste ifo-Präsident. Am Dienstag habe bereits Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) das bayerische Kabinett über die Personalie informiert, berichtet die Zeitung.

Der 46-jährige Fuest ist seit 2013 Präsident des ZEW, eigentlich wäre sein Vertrag dort erst Ende Februar 2018 ausgelaufen. Seit 2003 gehört er dem Wissenschaftlichen Beirat des deutschen Finanzministeriums an, erst vor kurzem wurde er auch in die Kommission berufen, die den Mindestlohn kontrolliert. Sinn steht seit Februar 1999 an der Spitze des Ifo-Instituts. Unter seiner Leitung erlangte das bis dahin weitgehend unbedeutende Institut wissenschaftliche Reputation. Der monatlich veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex gilt heute als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. (APA/red, 11.6.2015)

Wissen

Clemens Fuest ist seit März 2013 Präsident und Wissenschaftlicher Direktor des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Zuvor hatte er eine Professur für Unternehmensbesteuerung an der Universität Oxford und war zugleich Forschungsdirektor des dortigen Centre for Business Taxation.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der Internationalen Steuerpolitik und der Staatsfinanzen. Aktuell befasst er sich vor allem mit der Schuldenkrise im Euroraum, dem internationalen Steuerwettbewerb, der Bedeutung der Globalisierung und der europäischen Integration für die Steuerpolitik sowie den Auswirkungen der Besteuerung auf Unternehmensentscheidungen.

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