Nestlé geht gegen Nudelverbot in Indien vor

11. Juni 2015, 12:44
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Wegen erhöhter Bleiwerte wurden Produktion und Verkauf der Instantnudeln untersagt

Mumbai – Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé zieht gegen das in Indien verhängte Verbot seiner Maggi-Instantnudeln vor Gericht. Die Tochter Nestlé India Limited habe den Obersten Gerichtshof von Mumbai angerufen und verlange eine Überprüfung der Entscheidung der Lebensmittelaufsicht, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Die Behörde hatte Anfang Juni die Herstellung und den Verkauf der Maggi-Nudeln verboten, nachdem bei Tests in einigen Bundesstaaten erhöhte Bleiwerte gefunden worden waren. Nestlé erklärte zwar, die Nudeln seien sicher für den Verzehr, nahm das Produkt aber dennoch aus dem Handel. In der Bevölkerung hatte es starke Proteste gegeben; Nudelpackungen wurden auf offener Straße verbrannt.

Das Gericht in Mumbai will beide Seiten am Donnerstag kommender Woche anhören, wie aus der Gerichtsplanung hervorgeht.

Nestlé, der größte Lebensmittelkonzern der Welt, verkauft seit drei Jahrzehnten Maggi-Produkte auf dem Subkontinent und hat bei Instantnudeln einen Marktanteil von 80 Prozent. In einer Verbraucherumfrage im vergangenen Jahr zählte Maggi zu den fünf vertrauenswürdigsten Marken in Indien.

USA werden hellhörig

Der Skandal um verunreinigte Fertignudeln hat auch in den USA die Behörden auf den Plan gerufen. Die für die Sicherheit von Lebens- und Arzneimitteln zuständige FDA habe Proben der Maggi-Fertignudeln genommen, erklärte ein Nestlé-Sprecherin am Donnerstag. Es handle sich um in Indien hergestellte Nudeln, die von Dritten importiert wurden. Nestlé selbst vertreibe Maggi-Nudeln in den USA nicht. "Wir haben die Importeure ersucht, uns das Ergebnis der FDA-Tests mitzuteilen." (APA, 11.6.2015)

  • Nestlé verkauft seit drei Jahrzehnten Maggi-Produkte in Indien.
    foto: apa/epa/harish tyagi

    Nestlé verkauft seit drei Jahrzehnten Maggi-Produkte in Indien.

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