Tauziehen um Privatisierung der slowenischen Telekom geht weiter

11. Juni 2015, 12:39
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Slowenische Staatsholding akzeptiert Offert ohne spätere Ergänzung

Die Privatisierung der slowenischen Telekom wird immer ungewisser. Obwohl die slowenische Staatsholding (SDH) am Mittwochabend dem Verkauf an den britischen Finanzinvestor Cinven zustimmte, ist der Deal noch nicht unter Dach und Fach. SDH akzeptierte nämlich nur das ursprüngliche Offert, nicht aber eine spätere Ergänzung. Deshalb sieht Cinven sein Angebot als nicht angenommen.

Die Ergänzung sei ein Bestandteil des Offerts, ohne den ein Abschluss des Geschäfts nicht möglich sei, hieß es am Donnerstag vom britischen Private-Equity-Fonds. Für die SDH ist hingegen der Zusatz, den Cinven nur einen Tag vor der Verkaufsentscheidung unterbreitete, inakzeptabel.

Deal noch nicht geplatzt

Laut der Wirtschaftszeitung "Finance" bedeutet das aber noch nicht, dass der Deal bereits geplatzt ist. Der Zeitung zufolge wird es noch weitere Gespräche geben. Mehr sollte am Freitag bekannt sein, berichtete die Wirtschaftszeitung online.

Cinven hat sein verbindliches Angebot verändert, weil es zum Verzug bei den Zulassungen für die Telekom-Übernahme des Mobilfunkanbieters Debitel und für die Verschmelzung der mazedonischen Töchter der Telekom Slovenije (One) und Telekom Austria (Vip Operator) gekommen sei, hieß es. Über die Verzögerung seien die Britten erst vergangene Woche informiert worden. Die Ergänzung verändert laut Cinven die wirtschaftlichen Aspekte des Deals allerdings nicht.

Genehmigung der slowenischen Wettbewerbsbehörde

Die slowenische Telekom kaufte Debitel bereits im Februar, wartet aber immer noch auf die Genehmigung der slowenischen Wettbewerbsbehörde. Auch in Mazedonien wartet man, dass die dortigen Behörden die Fusion beider Telekom-Töchter, die bereits im Oktober 2014 vereinbart wurde, absegnen. Die Telekom Austria wird an dem fusionierten Unternehmen mit 55 Prozent die Kontrolle halten.

Laut Medienberichten hat Cinven für die knapp 73 Prozent der staatlichen slowenischen Telekom-Anteile einen Kaufpreis von 130 Euro pro Aktie geboten. Das Anbot besteht demnach aus einem Fixpreis von 100 Euro pro Aktie, die bar bezahlt werden sollen, weiter 10 Euro sollen die Aktionäre in Form einer Dividende ausbezahlt bekommen, 15 Euro sollen vom Ausgang der Klagen gegen die Telekom abhängen und weitere 5 Euro von der Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Bei diesem Preis würde das gesamte Unternehmen rund 850 Mio. Euro wert sein. (APA, 11.6. 2015)

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