Warum Android vs. iPhone-Kriege sinnlos wie nie sind

14. Juni 2015, 11:47
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Unter verschiedenen Oberflächen haben sich Hersteller längst auf die gleichen Konzepte geeinigt

"Gute Künstler kopieren, großartige Künstler stehlen" - ein von Apple-Gründer Steve Jobs verwendetes Zitat, das als eine Art Leitmotiv über der diesjährigen Ausgabe der World Wide Developers Conference (WWDC) stehen könnte. Vom kontextabhängigen Assistenten (Google) über Multitasking am Tablet (Samsung), die Anordnung von Fenstern (Microsoft) bis zu einem Streaming Service (praktisch alle) - was Apple hier als Neuigkeit verkaufte, war in Wirklichkeit weitgehend ein Nachziehen gegenüber dem Mitbewerb.

Stop the pitchforks!

Bevor nun all zu schnell die Heugabeln gegen Apple in Anschlag gebracht werden: Bei der Konkurrenz sieht es auch nicht anders aus. Sowohl die aktuellen Google- als auch die Microsoft-Präsentationen waren zu einem guten Teil von Funktionen geprägt, die einer der Mitbewerber bereits vorher umgesetzt hat.

Alles wird eins

Was aktuell passiert, sei eine Vereinheitlichung sämtlicher Plattformen, attestiert denn auch das das US-Magazin Wired. Alle Hersteller hätten sich mehr oder weniger auf das selbe Modell festgelegt. Die Konsequenz: Mit iOS 9, Android M und Windows 10 würden sich all die Betriebssysteme so ähnlich wie nie zuvor sein.

Gemeinsame Trends

Die Übereinstimmungen reichen dabei von User-Interface-Details wie dem universell genutzten Hamburger-Menü-Knopf bis zu den großen Konzepten. Sei es die Forcierung der Spracheingabe oder der Trend zu digitalen Assistenten, die dank des umfangreichen Wissens über unsere Gewohnheiten ungefragt nützliche Informationen liefern - überall sind sich die Hersteller einig.

Eine Frage des Geschmacks

Die Wahl eines Smartphone-Betriebssystems wird so immer mehr zur Geschmacksfrage. Hinter leicht unterschiedlichen Designs stehen nicht nur überall die selben Konzepte, auch Apps und Services sind zunehmend universell verfügbar. Zehn Jahre der öffentlich geführten Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Herstellern hätten so schlussendlich nicht zu einem einzelnen Gewinner sondern zu einem gemeinsamen Set an Ideen geführt.

Wechsel wird leichter

Für die Konsumenten hat diese Entwicklung durchaus Vorteile: Die Interoperabilität steigt, der Wechsel zwischen verschiedenen Plattformen wird leichter. Gleichzeitig liefern sich die Hersteller einen Wettlauf darum, wer als Erstes das nächste spannende Feature auf den Markt bringt, um sich einen kleinen Vorteil zu erarbeiten. Einer der allerdings nur begrenzter Natur ist. Denn eines ist sicher: Der Mitbewerb wird rasch nachziehen. (apo, 14.6.2015)

  • Android vs. iOS: Die noch immer oft erbittert ausgetragenen Diskussionen drehen sich um immer weniger Unterschiede.
    grafik: google/apple

    Android vs. iOS: Die noch immer oft erbittert ausgetragenen Diskussionen drehen sich um immer weniger Unterschiede.

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