Alles wieder gut: Anna Fenninger bleibt im ÖSV

11. Juni 2015, 17:27
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Besprechung am Mittwochnachmittag mit Pum und Leistner brachte "wesentliche Ergebnisse"

Salzburg/Wien - Jetzt ist alles wieder gut. Anna Fenninger und der Skiverband (ÖSV) haben ihren Konflikt beigelegt. Oder wie es der ÖSV in einer Aussendung schreibt: "Bestehende Missverständnisse und Kommunikationsprobleme konnten erfolgreich aus der Welt geschafft werden."

Bestehende Missverständnisse zwischen dem Skiverband und seinem weiblichen Aushängeschild hatte es schon vor dem 11. Mai gegeben, vor allem in Zusammenhang mit Fenningers deutschem Manager Klaus Kärcher. Am 11. Mai aber lief das Fass über. Fenninger schickte eine E-Mail an bedeutende ÖSV-Funktionäre. Darin hatte sich die 25-Jährige über die ablehnende Haltung des Verbandes gegenüber ihrem Manager und die ihrer Meinung nach unzureichende Regelung der individuellen sportlichen Betreuung beklagt. Sie drohte gar mit ihrem Rücktritt aus dem ÖSV. Die E-Mail kam an die Öffentlichkeit.

Am Mittwochnachmittag setzte man sich an einen Tisch: Fenninger, Manager Kärcher, ÖSV-Sportdirektor Hans Pum, ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner sowie Anwälte. Das Gespräch sei, so hieß es in der Aussendung, "in guter und freundschaftlicher Atmosphäre" geführt worden. "Es konnten wesentliche Ergebnisse erzielt werden, die den Weg für eine erfolgreiche sportliche Zukunft von Anna Fenninger bereiten." Kärcher widersprach dem im Gespräch mit dem STANDARD nicht. Man sei übereingekommen, keine weitere Stellungnahme abzugeben, sagte der Deutsche. Also hielt sich Kärcher bedeckt. Das Gespräch habe so lange gedauert, bis man eine Einigung erzielt habe.

Volle Kraft für den Verband

Laut ÖSV sei man übereingekommen, dass alle Beteiligten einen Beitrag für die Einigung leisten müssten. "Fenninger bekommt wie bisher optimale Trainingsbedingungen zur Verfügung gestellt. Umgekehrt stellt die Athletin weiterhin ihre gesamte sportliche Leistungskraft in den Dienst des Verbandes und dessen Partner." Auch in der Frage der Finanzierung von Fenningers Konditionstrainer und Physiotherapeut Peter Meliessnig einigte man sich. Die Kosten für dessen Dienste werden künftig gemeinsam - von Fenninger und dem ÖSV - übernommen. Fenninger hatte sich ursprünglich gewünscht, dass der Salzburger für sie allein abgestellt wird. "Dazu wäre ein Sonderbudget nötig, das nicht vorhanden ist", hatte der ÖSV damals mitgeteilt. Die zweifache Gesamtweltcupsiegerin arbeitete schon in der vergangenen Saison mit Meliessnig zusammen. Der Betreuer war zur Hälfte für die ÖSV-Herren, zur anderen Hälfte für Fenninger zuständig. Meliessnig wollte sich danach verändern, wollte Fenninger gerne betreuen. Jetzt darf er. Er hat für einen Job zwei Arbeitgeber.

Sponsorfrage geklärt

Die Frage eines neuen Kopfsponsors wurde laut ÖSV, "einvernehmlich" geklärt. Gerüchte über einen möglichen Vertrag mit Mercedes hatten für Wirbel gesorgt. Der Autobauer wäre wegen einer Konkurrenzklausel nicht mit dem ÖSV vereinbar, weil Audi einer der wichtigsten Partner des Alpinteams ist. Der Vertrag mit Fenningers derzeitigem Kopfsponsor Raiffeisen läuft aus.

Nunmehr wird Milka als neuer Partner gehandelt. Kärcher wollte dies auch nicht kommentieren. "Details werden zum gegebenen Zeitpunkt bekanntgegeben", hieß es beim ÖSV. Der Schokoladenhersteller betreut unter anderen Fenningers Landsfrau Michaela Kirchgasser und Fenningers bisherige Konkurrentin um den Gesamtweltcup, Tina Maze. Die Slowenin nimmt sich in der kommenden Saison eine Auszeit.

Wer die E-Mail seinerzeit der Sportwoche zugespielt hatte, wurde noch nicht geklärt. Klar ist, so der Skiverband, die "Rahmenbedingungen für eine Rückkehr zur Konzentration auf die letztendlich maßgeblichen sportlichen Belange" seien nun gegeben. "Anna Fenninger ist und bleibt ein wichtiger Teil der ÖSV-Familie." Also, alles wieder gut. (rie, 11.6.2015)

  • Große Tochter: Anna Fenninger.
    foto: apa/techt

    Große Tochter: Anna Fenninger.

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