Verblasen & ausgeflippt: Alltagsbegleiter aus Keramik

Ansichtssache16. Juni 2015, 12:11
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Auch in Zeiten moderner Hightech-Materialien bleibt Keramik ein gern gesehener und sehr unterschiedlich gestalteter Alltagsbegleiter.

foto: hersteller

Getupft

Ruhig Blut musste der Wiener Designer Sebastian Menschhorn bewahren, als er sich an seine Edition mit dem Titel Gravitation machte, die er für Augarten Porzellan entwarf. Jeder Punkt, jedes Pünktchen ist mit der Feder gemalt, neben der Konzentration sei es vor allem das Anmischen der Farbe gewesen, was Nerven kostete.

So ähnlich sich die Tassen sehen mögen, es handelt sich um Unikate, von denen es in Summe nur 120 Stück gibt. Aufgetragen wurden die Tupfer übrigens auf die klassizistische Tassenform namens "Habsburg". (300 Euro pro Tasse)

www.augarten.at

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foto: hersteller

Pikant

Sandra Haischberger entwirft feine Dinge, deshalb heißt auch der Showroom in der Wiener Margaretenstraße 35 "Feine Dinge". Zu diesen zählt das Duo Alice, bestehend aus Salz- und Pfefferstreuer. Ein geöltes Nussholzbrettchen ist auch dabei.

Und noch etwas: Alice ist eigentlich eine Porzellansippe, zu der u. a. Eierbecher, Sojaschalen und eine Butterdose gehören. Bezüglich der Form der Gewürzspender mag der eine an Ballons, der andere an eine Rakete und der Dritte an ganz etwas anderes denken. Fesch sind sie in jedem Fall. (Preis 66 Euro)

www.feinedinge.at

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foto: hersteller

Verblasen

Das schwedische Damentrio "Front" ist berühmt für seine schräge Formgebung. Mäuse nagen an Papier, was das Ornament für einen Tapetendruck liefert, einem lebensgroßen Plastikpferd wird einfach ein Lampenschirm über die Ohren gestülpt.

Im Falle der Blow Away Vase fütterten die Designerinnen den Computer mit den Daten einer Vase, die in der traditionellen Art der "Delfter Keramik" hergestellt wird, und bearbeiteten diese mit einer 3-D-Software. Heraus kommt eine Vase, die aussieht, als würde ein Taifun über sie hinwegblasen. (ca. 830 Euro pro Unikat)

www.moooi.com

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foto: hersteller

Bauchig

Ursprünglich leitet sich der Name Porzellan von der Bezeichnung für eine Meeresschnecke mit weiß glänzender, porzellanartiger Schale ab. Bei der Vasen- und Schalenfamilie Fang des jungen spanischen Designers Xavier Mañosa verhält es sich umgekehrt.

Hier ist die Innenseite glatt glänzend, während die matte Außenhaut die Behältnisse, die ein wenig wirken, als würden sie schmelzen, auch haptisch sehr attraktiv gestaltet sind. Die brandneu aus dem Ofen gekommenen Objekte von Barcelona Design gibt es auch in einem dunklen Ton. (Ab 281 Euro)

www.bdbarcelona.com

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foto: hersteller

Ausgeflippt

Dass eine Teekanne nicht als staubiges Tantenzeug abgetan werden muss, beweist die niederländische Designerin Hella Jongerius. Die Kollektion Four Seasons, die sie für die altehrwürdige Porzellan-Manufaktur Nymphenburg entwarf, vereint Punk mit Antike und einer guten Portion Kitsch. Neben der Kanne gibt es einen Weinkrug, einen Spiegel sowie einen Kerzenhalter.

Verziert sind die Objekte mit den Köpfen von Flora, Ceres, Bacchus und Pomona, weiters sind typische Nymphenburg-Dekor-Elemente auf dem schrägen Set zu finden. (Preis auf Anfrage) (Michael Hausenblas, RONDO, 16.6.2015)

www.nymphenburg.com

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