Die Handball-EM findet ohne Österreich statt

10. Juni 2015, 22:48
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ÖHB-Männer verpassen durch 24:30 gegen Spanien die Endrunde – aber tapfere Leistung des jungen Teams gegen Weltmeister 2013

Innsbruck – Österreich hat am Mittwoch in Innsbruck in der EM-Qualifikationsgruppe 7 gegen die Weltklassemannschaft Spanien zwar mit 24:30 (12:16) verloren. Doch die vom Isländer Patrekur Johannesson betreute Mannschaft bot vor 4.000 begeisterten Zuschauern eine hervorragende Leistung. Das Ziel, sich als bester Gruppendritter doch noch für die EM im Jänner in Polen zu qualifizieren, hat das ÖHB-Team verpasst.

Gegen den zweifachen Handball-Weltmeister Spanien hatte Johannesson gleich vier Routiniers vorgeben müssen. Neben Torhüter Nikola Marinovic, Fabian Posch und Max Hermann fehlte mit Viktor Szilagyi auch der Kapitän verletzungsbedingt. Statt des Verletzten-Quartetts standen Wilhelm Jelinek, Christian Pilipovic, Boris Zivkovic und Gerald Zeiner im 18-Mann-Kader.

Die rot-weiß-rote Auswahl begann gegen die Iberer überraschend stark. Nach 2:12 Minuten war es Magdeburg-Legionär Robert Weber, heuer mit 271 Treffern Torschützenkönig in der deutschen Bundesliga, der Österreich in Führung schoss. Nach 3:09 Minuten führten die Hausherren gar mit 2:0. Doch die Spanier spielten in der Folge groß auf, konnten sich aber nie entscheidend absetzen. Mit 12:16 ging es in die Halbzeit.

Bei den siegreichen Gästen standen mit Viktor Tomas, Raul Entrerrios, Daniel Sarmiento, Viran Morros de Argila und Gonzalo Perez de Vargas fünf Champions-League-Sieger 2015 im Kader. Dazu konnten sich die Spanier auch auf ihren Weltklassetorhüter Arpad Sterbik verlassen. Auf der anderen Seite bot jedoch auch Thomas Bauer im österreichischen Tor eine hervorragende Leistung.

Ärgerte sich Teamchef Johannesson nach der Niederlage im Hinspiel in Spanien, das mit minus elf verloren ging, über Disziplinlosigkeit in seiner Truppe, so zeigten die ersatzgeschwächten Österreicher in Innsbruck Moral und blieben lange Zeit an Spanien dran. Bester Werfer der Österreicher war Flügelspieler Raul Santos mit sechs Treffern, Robert Weber brachte es auf fünf Tore.

Zum Abschluss der EM-Qualifikation spielt Österreich am Sonntag (15.15 Uhr, live ORF Sport+) noch gegen Deutschland. Spanien empfängt bereits am Samstag Finnland. Die Deutschen haben sich mit einem 34:20-Erfolg in in Vantaa gegen Finnland das zweite Ticket in der Gruppe geholt. (APA, 10.6.2015)

Stimmen:

Patrekur Johannesson (ÖHB-Teamchef): "Einsatz und Herz waren da. Aber wenn man das Spiel analysiert, dann musst du gegen Spanien alle freien Chancen nutzen. Gegen Spanien muss alles rein. Wir müssen kräftiger werden, mehr Kilos haben. Dann kann man diese Mannschaften schlagen. Wir müssen lernen von diesem Spiel. Ich bin nie zufrieden, wenn ich verliere. Sie waren körperlich besser."

Robert Weber (ÖHB-Flügel): "Vor allem in der Anfangsphase war die Nervosität zu groß, aber dann haben wir phasenweise guten Handball gespielt. Gegen so eine Klassemannschaft werden Fehler gleich bestraft. Aber es sind viele junge Leute in der Mannschaft und ich bin stolz, dass ich da Kapitän sein durfte. Das ist auch ein Lernprozess, den wir durchmachen müssen. Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Ich glaube, die Quali ist jetzt durch, aber wir wollen am Sonntag gegen Deutschland noch einmal guten Handball spielen."

Gerald Zeiner (ÖHB-Teamdebütant): "Es hat bei mir die Vorfreude überwogen. Ich habe mich sehr darauf gefreut, das Debüt gegen Spanien zu spielen. Ich habe zwar zwei technische Fehler gemacht, mit meiner Leistung war ich aber zufrieden. Wir haben sehr gut gespielt, vor allem in der Deckung gut agiert. Wir haben einfach zu viele technische und Wurffehler gemacht."

Thomas Bauer (ÖHB-Torhüter): "Vieles war positiv. Das Ergebnis nicht ganz, aber, dass wir nie aufgegeben haben. Kämpfen bis zur letzten Sekunde. Das muss man erst einmal einhalten können. Daher bin ich stolz auf die Mannschaft."

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