Oettinger fordert mehr europäische Zusammenarbeit bei Funkfrequenzen

10. Juni 2015, 18:03
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Frequenzen werden für schnelles Internet frei

EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hat mehr europäische Koordination bei der Nutzung von Funkfrequenzen für Rundfunk und Telekommunikation gefordert, zum Beispiel bei der Versorgung ländlicher Räume mit schnellem Internet.

Eine Harmonisierung der Regeln sei für den digitalen Binnenmarkt zentral, erklärte Oettinger am Mittwoch gemeinsam mit dem zuständigen Vizekommissionschef Andrus Ansip in Brüssel. "Je zerteilter das Spektrum ist, desto weniger effizient", urteilten Oettinger und Ansip.

Umbruch

Hintergrund der Forderung ist der Umbruch in der Nutzung von Funkfrequenzen. Vor allem geht es um Frequenzen, die bisher von Rundfunksendern genutzt wurden und wegen neuer technischer Standards künftig auch für andere Nutzer zur Verfügung stehen.

In Deutschland beispielsweise hat Ende Mai die Bundesnetzagentur eine großangelegte Versteigerung solcher Frequenzen begonnen, darunter 700-Megahertz-Frequenzen. Sie eignen sich besonders gut, um den oft noch unterversorgten ländlichen Raum mit schnellen Internetverbindungen zu versorgen.

Koordinierter Ansatz befürwortet

Die EU hat ihrerseits gerade eine öffentliche Konsultation zu 700 Megahertz-Frequenzen abgehalten. In den meisten Antworten werde ein von der EU koordinierter Ansatz für die Nutzung der Funkfrequenzen befürwortet, fasste die EU-Kommission das Ergebnis am Mittwoch zusammen.

Ergänzend hieß es aus der Behörde, dass eine Nutzung von 700-Megahertz-Frequenzen für kabelloses Internet in manchen EU-Ländern Rundfunksender "in benachbarten Ländern beeinflussen und von ihnen beeinflusst werden" könne. Einen Zusammenhang mit Deutschland oder bestimmten anderen Ländern stellte die Kommission dabei nicht her. (APA, 10.06.2015)

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