Griechischer Beamter: "Faymann ist unser stärkster Verbündeter"

11. Juni 2015, 13:52
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Lefteris Kretsos, griechischer Generalsekretär für Information, warnt vor einer "Versklavung"

Wien – Wenn Werner Faymann (SPÖ) nächste Woche seinem Amtskollegen Alexis Tsipras einen Besuch abstatten wird, setzt Athen große Hoffnungen in den Österreicher. Faymann sei der "stärkste Verbündete" Griechenlands in den aktuellen Verhandlungen, sagt der für Information zuständige Generalsekretär der Republik, Lefteris Kretsos, im Gespräch mit dem STANDARD. Athen versucht derzeit, den EU-Finanzministern und dem IWF das Heft aus der Hand zu nehmen und eine Einigung auf politischer Ebene zu erzielen. Er erwarte sich nicht viel vom nächsten Finanzministertreffen in Luxemburg, sagt Kretsos.

Der Generalsekretär bekräftigt die Syriza-Haltung, dass ein Euroaustritt nicht nur für Griechenland, sondern auch für die Eurozone "eine Katastrophe" wäre. Vor allem andere Südländer wie Spanien und Portugal könnten hart von einem Grexit getroffen werden. Der Tsipras-Vertraute stellte gleichzeitig klar, dass man vor einem Euroaustritt notfalls nicht zurückschrecken werde: "Wir sind für alles bereit, was im Interesse des Volkes ist." Nachsatz: "Wir leben lieber in Armut als in Versklavung." Kretsos rechnet erst Ende Juni mit einer Einigung. Diese müsse langfristig sein und werde nicht nur mit der EU, sondern auch mit Barack Obama und Wladimir Putin vereinbart. Kretsos sieht Athen dabei in einer guten Position. (as, 11.6.2015)

  • Lefteris Kretsos über den Grexit: "Wir sind zu allem bereit."
    foto: regine hendrich

    Lefteris Kretsos über den Grexit: "Wir sind zu allem bereit."

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