Putin fordert Umsetzung des Minsk-Abkommens und Sanktionsende

10. Juni 2015, 17:19
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Besuch bei Italiens Premier Renzi - Privataudienz beim Papst am Nachmittag

Mailand - Der russischen Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch bei einem Treffen mit dem italienischen Premier Matteo Renzi in Mailand die volle Umsetzung des Minsker Abkommens in der Ukraine-Krise gefordert. Er meinte, die Ukraine würde sich nicht an das Abkommen halten.

Die Beziehungen zwischen Italien und Russland gelten in der Ukraine-Krise als weniger angespannt als zwischen Putin und anderen EU-Ländern und den USA. "Wir versuchen, die Interessen beider Länder zu respektieren", sagte Putin. Renzi betonte, man wolle sich gemeinsam den Herausforderungen stellen, "sei es jenen, die uns in unterschiedlichen Positionen sehen, sei es jenen in gleicher Position".

Sanktionsende gefordert

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Renzi auf dem Expo-Gelände in Mailand forderte Putin ein sofortiges Ende der Sanktionen. "Entweder diese werden abgeschafft, oder sie werden geändert, um jene Unternehmen zu unterstützen, die mit uns zusammenarbeiten wollen. Dies betrifft sowohl Verträge im Verteidigungswesen sowie im technologischen Bereich", meinte Putin. Russland habe alle Beziehungen zur G-7 abgebrochen. "Wir können keine Beziehungen haben. Die G-7 ist keine Organisation, sondern ein Interessensklub", erklärte Putin.

"Die G-8 hatte einen gewissen Sinn, denn Russland stellte darin einen alternativen Standpunkt dar. Doch unsere Partner haben beschlossen, dass dieser Standpunkt nicht nützlich war. Das ist ihr Beschluss", betonte Putin.

Katastrophe Libyen

Zu Libyen meinte Putin, dass die Lage im nordafrikanischen Land eine "Katastrophe" sei. Der Zusammenbruch des libyschen Staates sei die Folge des Militäreingriffs im Land im Jahr 2011. "Wir sind für eine friedliche Lösung der Krise im UNO-Rahmen", meinte Putin, ohne näheres zu Russlands Position zu sagen, das gegen einen Militäreinsatz zur Bekämpfung des Menschenhandels ist.

In Renzis Begleitung besuchte Putin den russischen Expo-Pavillon anlässlich des Russland-Tags bei der Weltausstellung. Renzi dankte Putin für die Unterstützung, die Russland der Expo gesichert habe. Putin betonte, dass das Expo-Thema Ernährung seinem Land besonders am Herzen liege. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden für den Besuch des russischen Präsidenten auf dem Expo-Gelände ergriffen. Expo-Besucher skandierten: "Schluss mit den Sanktionen!"

Nach dem Expo-Besuch reiste Putin nach Rom zu einer Privataudienz beim Papst. Vor dem Besuch im Vatikan stand ein Treffen mit Italiens Präsidenten Sergio Mattarella und dem ehemaligen Ministerpräsidenten und Putin-Freund Silvio Berlusconi auf dem Programm.

Bei dem Gespräch im Vatikan soll es laut Kreml unter anderem um den Ukraine-Konflikt und um die Beziehung der katholischen und der orthodoxen Kirche gehen. Putin hatte Franziskus bereits 2013 zu einer Audienz getroffen. Staatsmedien in Moskau bezeichneten die neuerliche Zusammenkunft als einen Coup des Kreml in Krisenzeiten mit dem Westen. (APA, 10.6.2015)

  • Wladimir Putin besucht Matteo Renzi.
    foto: apa/epa/barchiello

    Wladimir Putin besucht Matteo Renzi.

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