Grybauskaite: Litauen will nur 250 Flüchtlinge aufnehmen

10. Juni 2015, 16:30
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Präsidentin: Von Kommission vorgeschlagene Zahl von 710 Flüchtlingen nur "schwer nachvollziehbar"

Vilnius/Brüssel – Litauen will nach Angaben von Präsidentin Dalia Grybauskaite nur deutlich weniger Flüchtlinge aufnehmen als von der EU-Kommission vorgesehen. Das baltische Land, das verbindliche Quoten ablehnt und für eine freiwillige Aufnahme plädiert, könne nur 250 Flüchtlinge aufnehmen, sagte sie am Mittwoch. Diese Zahl werde sie der Regierung in Vilnius für deren Beschluss nächste Woche vorschlagen.

Die Berechnungen der EU-Kommission, wonach Litauen mit seinen etwa drei Millionen Einwohnern insgesamt bis zu 710 Flüchtlinge aufnehmen könne, seien "schwer nachzuvollziehen", sagte Grybauskaite nach Angaben der Agentur BNS.

Die Verteilung der Flüchtlinge nannte Grybauskaite "unfair und nicht sinnvoll". Es müsse darüber nachgedacht werden, wie den Menschen geholfen werden kann, damit sie nicht mehr fliehen müssen. Die bloße Verteilung von Menschen über Europa würden nur die Geschäfte von Schleppern befördern. (APA, 10.6.2015)

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