Kurden werfen türkischer Regierung Untätigkeit gegen Gewalt vor

10. Juni 2015, 11:47
152 Postings

Chef der prokurdischen Partei HDP: "Sieht so aus, als würden sie abwarten, bis das Land im Bürgerkrieg versinkt"

Ankara – Wenige Tage nach der Parlamentswahl in der Türkei hat die kurdische Opposition schwere Vorwürfe gegen die Regierung erhoben. Staatschef Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Ahmet Davutoglu stünden zunehmender Gewalt im kurdisch geprägten Südosten des Landes tatenlos gegenüber, sagte der Chef der prokurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtas, am Mittwoch im türkischen Fernsehen.

"Es sieht fast so aus, als würden sie abwarten, bis das Land im Bürgerkrieg versinkt, um dann sagen zu können: Seht, wie wichtig die AKP ist." Die Regierungspartei hatte bei der Wahl am Sonntag ihre Parlamentsmehrheit verloren. Die Demokratische Partei der Völker (HDP) trat erstmals an und schaffte es gleich ins Parlament.

Tote bei Schießerei in Diyarbakir

Hintergrund der Vorwürfe sind Schießereien in der kurdischen Großstadt Diyarbakir, bei denen am Dienstag mehrere Menschen getötet wurden. Auslöser war ein Angriff auf einen Islamisten, der vor seinem Büro niedergeschossen wurde. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. In der Region gab es in den vergangenen Jahren vereinzelt gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und HDP-Anhängern. (APA, 10.6.2015)

  • Polizist im Einsatz nach den Gewaltausbrüchen am Dienstag in Diyarkbakir.
    foto: ap photo/emre tazegul

    Polizist im Einsatz nach den Gewaltausbrüchen am Dienstag in Diyarkbakir.

Share if you care.