Arbeiterkammer stellt fleischloser Wurst schlechtes Zeugnis aus

10. Juni 2015, 09:43
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Viel Fett und Salz sowie hoher Kaloriengehalt

Linz/Wien – Das Angebot an veganen und vegetarischen Wurstsorten boomt in Österreich. Gesund sieht jedoch anders aus: Die fleischlosen Produkte enthalten viel Fett und Salz, ergab ein Test der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich. Entsprechend hoch ist der Kaloriengehalt. Drei getestete Würste enthielten zudem Palmöl, das oft aus Monokulturen stammt und für einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren sorgt.

Die Konsumentenschützer haben sieben im Handel erhältliche Wurstersatzprodukte anhand der Zutatenlisten und Nährwertangaben getestet. Während die Grundzutaten bei Fleisch- und Wurstwaren klar im Lebensmittelkodex geregelt sind – Fleisch (vorwiegend Rind und Schwein), Wasser, Schweinespeck, Gewürze und Hilfsstoffe wie Pökelsalz und bei bestimmten Würsten auch Kartoffelstärke beziehungsweise Mehl –, ist das bei den Imitaten nicht der Fall.

Palmfett oft enthalten

Hauptzutat der industriell verarbeiteten Lebensmittel ist Wasser, gefolgt von Palmfett oder anderen Pflanzenfetten sowie Weizen-, Erbsen- oder Sojaeiweiß. Damit diese Mischung nach Extrawurst oder Leberkäse schmeckt, muss mit viel Lebensmitteltechnologie und einer Menge Zusatzstoffen nachgebessert werden. In herkömmlichen Wurstwaren wird hingegen immer öfter auf Geschmacksverstärker und Hefeextrakte verzichtet.

Drei von fünf fleischlosen Extrawurstsorten enthalten laut AK Palmfett. Palmöl und Kokosöl sowie Sojaeiweiß stammen oft aus Monokulturen mit weiten Transportwegen, was unter ökologischen Gesichtspunkten durchaus kritisch zu bewerten sei. Für die Palmölplantagen wird etwa oft Regenwald abgeholzt. Das zerstöre den Lebensraum unzähliger Tierarten und beschleunige den Klimawandel, so die AK.

Hoher Gehalt an gesättigten Fettsäuren

Zudem weisen mehr als die Hälfte der Testprodukte durch das Palm- oder Kokosfett einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren auf. Diese stehen in Verdacht, bei übermäßigem Verzehr das Risiko für Fettstoffwechselerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall zu erhöhen. Auch beim Salz wird nicht gespart, bei vier Wurstsorten ist mit 100 Gramm fast die Hälfte des Tagesbedarfs ausgeschöpft. (APA, 10.6.2015)

  • Mehr als die Hälfte der Testprodukte haben durch Palm- oder Kokosfett einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren. Diese stehen im Verdacht, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu erhöhen.
    foto: reuters/stefanie loos

    Mehr als die Hälfte der Testprodukte haben durch Palm- oder Kokosfett einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren. Diese stehen im Verdacht, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu erhöhen.

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