Bald 5.000 Bewohner in der Seestadt Aspern

10. Juni 2015, 05:30
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See im Wiener Stadtentwicklungsgebiet ist ab Juli benutzbar

Wien – Lärm, Staub, Baustellenverkehr: Die Seestadt Aspern wird noch mehr als zehn Jahre lang eine riesige Baustelle bleiben. Dennoch leben bereits mehr als 3.000 Bewohner im Wiener Stadtentwicklungsgebiet am ehemaligen Flughafenareal. In den kommenden Wochen sollen weitere 2.000 Menschen in die neuen Wohnhäuser einziehen, sagte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SP) am Dienstag. Das ist insofern beeindruckend, weil die Infrastruktur mit Nahversorgern, Schulen oder Arbeitsplätzen noch nicht in ausreichendem Maß gegeben ist.

Bis 2028 sollen in der Seestadt Aspern 10.500 Wohnungen für mehr als 20.000 Bewohner entstehen. Bis Jahresende rechnet Ludwig damit, dass 2.850 Wohnungen von rund 6.000 Personen bezogen sein werden. Im Herbst wird der erste Teil des Bildungscampus für rund 800 Kinder eröffnet. Geplant sind elf Kindergartengruppen, eine Ganztagsvolksschule mit 17 Klassen sowie acht Klassen, die auch Kinder mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen besuchen werden. Im nächsten Ausbauschritt folgen bis Herbst 2016 eine AHS sowie eine BHS.

Ergebnis von Wasserproben

Im namensgebenden See des Stadtteils können sich Bewohner und Besucher offiziell erstmals ab Anfang Juli abkühlen. Der See wird vom Grundwasser gespeist. Ludwig will noch das Ergebnis von Wasserproben abwarten, ehe die Freigabe erfolgt.

Laut dem Wohnbaustadtrat sollen 20.000 Arbeitsplätze in der Seestadt geschaffen werden. Erdgeschoßzonen würden bewusst für Geschäfte genutzt. Dazu kommen Bürogebäude. Für eine gute Anbindung wird neben der U2 vor allem auf die von den Grünen zunächst heftig bekämpfte Stadtstraße gesetzt. Diese soll ab 2018 die Autobahn A23 (Anschlussstelle Hirschstetten) mit der S1 (Anschlussstelle Seestadt-West) verbinden.

Das Geothermie-Prestigeprojekt in der Seestadt, das 40.000 Wohnungen mit Fernwärme versorgen hätte sollen, war hingegen ein Reinfall: Laut Rechnungshof wurden bei erfolglosen Probebohrungen 16 Millionen Euro versenkt. Aber auch ohne Geothermie-Projekt "werden wir die Energiebilanz, die wir uns vorgenommen haben, erreichen", sagte Ludwig. Man werde auf Fotovoltaik und Fernwärme setzen. (krud, 10.6.2015)


  • Die Seestadt hat schon tausende Bewohner – trotz Baustelle.
    foto: apa/hans klaus techt

    Die Seestadt hat schon tausende Bewohner – trotz Baustelle.

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