Kitzbühel, Festspiele: ORF-Frühstück beginnt am Nachmittag

10. Juni 2015, 07:47
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TV-Morgenshow: Wetter, Tagesthema, Verkehr, Nachrichten - und Gemeinde-Gruß

Wien - Weniger kann ein Chart kaum aussagen: "Projekt in Planung" und "in Arbeit" warf ORF-Burgenlandesdirektor Karlheinz Papst im Publikumsrat zu redaktionellem Konzept und Budget/Finanzierung des ORF-Frühstücksfernsehens an die Wand. Dabei ist das Projekt inzwischen ziemlich weit gediehen. Heute, Mittwoch, soll der Programmausschuss des gewichtigeren ORF-Gremiums Stiftungsrat ein bisschen mehr darüber erfahren - hoffentlich mehr als die Kollegen vor einer Woche.

Als unterhaltende Information umrissen, soll das Frühstücksfernsehen halbstündlich "ZiB"s beeinhalten, ausführlichst Wetter und Verkehrsinformationen, ein "Tagesthema", das nicht unbedingt eine Regierungsbildung im Burgenland sein muss, aber durchaus auch gelegentlich kann, und Live-Einstiege aus einer Gemeinde.

Festspiele, Hahnenkamm

Das kann Podersdorf sein, wenn dort zum Beispiel gerade kitegesurft wird, das können durchaus drei Tage aus Kitzbühel sein, wenn der Zirkus um den Hahnenkamm tobt, das können die Bregenzer oder die Salzburger oder auch die zahlreichen Festspiele und -ivals in Niederösterreich sein. Hört man vom Küniglberg. Und von einem Moderator oder einer Moderatorin aus der Zentrale, und einer oder einem aus einem Landesstudio.

Un-Logo

Noch nicht fix ist just, was noch auf Papsts einem Chart zum Thema zu sehen war: Der Titel (in Arbeit, wie berichtet: "Guten Morgen, Österreich") und jenes Logo, das seit Monaten durch ORF-Präsentationen zum Frühstücksfernsehen irrlichtert, aber angeblich noch nie in der ORF-Grafik war. Es dürfte von jener Eventagentur stammen, bei der Salzburgs Landesdirektor Roland Brunhofer im ersten Konzept den Truck mieten wollte, der das mobile Studio für seine Frühstücksfernsehtour von Gemeinde zu Gemeinde schippert - der Kärntner IP Media.

Der Truck ist nach STANDARD-Infos weiterhin nicht fix, nicht wenige, die sich mit dem Projekt befassen oder befassen müssen, sollen kleinere Mobile für die morgendlichen Liveeinstiege aus wechselnden Gemeinden bevorzugen.

Frühstück am Nachmittag

Auf das Frühstück wird nach internen Plänen schon am Nachmittag davor eingestimmt: Schon in "Heute Österreich" könnten Themen der nächsten Morgenschiene anklingen, auch aus der Gemeinde oder Location des nächsten Tages könnte man sich schon in der Spätnachmittagschronik des ORF melden.

So vage sein Chart, so konkret klang sein Plan: Papst hat vorige Woche im Publikumsrat schon für die "nächsten Tage" einen Zwischenbericht angekündigt aus seiner Projektgruppe mit Brunhofer, Niederösterreichs Landesdirektor Norbert Gollinger, dem zentralen Projektleiter, dem "Seitenblicke"-Sendungsverantwortlichen Alex Hofer, und Bundesländerkoordinator Robert Ziegler.

Die Landesdirektoren treffen kommende Woche wieder ORF-Chef Alexander Wrabetz auf dem Küniglberg zur Routine-Sitzung. Frühstücksfernsehen, das nach einer ersten Kostprobe zum Nationalfeiertag im Frühjahr 2016 regulär starten soll, wird sie wohl beschäftigen.

Liebe Gemeinde

Publikumsräte, die gelegentlich derStandard.at/Etat lesen oder auch in die "Krone" schauen, wussten schon ein gutes Stück mehr über das Projekt, als Papst, Gollinger und Brunhofer in der Sitzung vorige Woche nicht sagten. Die "Krone" veröffentlichte Ende April gar schon einen Sendungsablauf für eine Stunde des Frühstücksfernsehens - mit "Begrüßung aus der Gemeinde", Plätzen für Promotion und Werbung kurz vor der vollen Stunde, Lokalwetter, TV-Promotion, Sport-Teasern, Livegästen aus der jeweiligen Gemeinde und zum Tagesthema, Gemeindeporträts und einer Menge Signations. (fid, 10.6.2015)

  • Das Chart von Karlheinz Papst zum Frühstücksfernsehen im Publikumsrat.
    foto: fid screenshot orf-präsentation

    Das Chart von Karlheinz Papst zum Frühstücksfernsehen im Publikumsrat.

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