Forschungspreis für schnelle Wundheilung mit Plasma

10. Juni 2015, 06:00
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Fraunhofer-Gesellschaft würdigt auch Erfindung, die Autoreifen aus Löwenzahn möglich macht

Wiesbaden/München - Eine neuartige Wundheil-Therapie mit Plasma wird mit einem Fraunhofer-Preis 2015 ausgezeichnet. Die Heilmethode mit dem elektrisch geladenen Gas ist vom Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig und Ärzten der Universität Göttingen entwickelt worden, wie die Fraunhofer-Gesellschaft in München mitteilte.

Am Abend sollten vier mit je 50.000 Euro dotierte Preise bei der Jahrestagung der Organisation für angewandte Forschung in Wiesbaden verliehen werden. Dazu wurde auch der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck erwartet.

Das Plasma wird als unscheinbarer lila Nebel auf Wunden aufgebracht. Es verringert die Zahl der Keime und fördert die Durchblutung der Haut, damit sie besser heilen kann. Die Wissenschafter entwickelten sowohl die medizinische Plasma-Lösung als auch das laptopgroße Gerät, um das Plasma zu ionisieren.

Naturkautschuk aus Löwenzahn

Ein anderer Preis geht an Fraunhofer-Molekularbiologen aus Münster: Sie entdeckten, dass Naturkautschuk nicht nur vom tropischen Kautschukbaum gewonnen werden kann, sondern auch aus der "Allerweltspflanze" Löwenzahn. Besonders ergiebig ist der Russische Löwenzahn mit einem hohen Kautschukanteil. Der Naturstoff wurde schon erfolgreich in Autoreifen getestet.

Diamantähnliche Kohlenstoffbeschichtungen auf Motorteilen helfen, in großem Umfang Treibstoff zu sparen. Auch für diese Fraunhofer-Entdeckung gibt es einen Preis, ebenso für Autolautsprechersysteme in Konzertsaal-Qualität.

Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt in Deutschland 66 Institute und hat 24.000 Mitarbeiter. Die größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa mit Sitz in Berlin verfügt auch über eine Niederlassung in Österreich mit Geschäftsbereichen in Wien und Graz. (APA, 9.6.2015)

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