US-Justiz ermittelt gegen Ex-Fifa-Vize Warner wegen Haiti-Hilfsgeldern

9. Juni 2015, 14:07
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Ehemaliger Blatter-Stellvertreter im Verdacht der Unterschlagung von Hilfe für Erdbebenopfer

London – Gegen den früheren Vizepräsidenten des Fußball-Weltverbands, Jack Warner, werden immer neue Vorwürfe laut. Der 72-Jährige aus Trinidad und Tobago, der als eine der Schlüsselfiguren im Fifa-Korruptionsskandal gilt, wird nach Informationen der BBC verdächtigt, Hilfsgelder für Opfer des Erdbebens auf Haiti zur Seite geschafft zu haben. Wie der britische Sender am Dienstag berichtete, ermitteln die US-Behörden gegen Warner. Zudem wurde wegen der Korruptionsvorwürfe ein Auslieferungsantrag gegen ihn gestellt.

Warner hatte sich vor zwei Wochen in seiner Heimat der Polizei gestellt, ist aber nach Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 2,5 Millionen Dollar auf freiem Fuß. Die US-Justiz beschuldigt den früheren Chef des Fußballverbandes für Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik (Concacaf), der Korruption, Verschwörung sowie des organisierten Verbrechens.

Laut BBC brachte Warner fast 672.000 Euro von der Fifa und dem koreanischen Fußballverband für den Wiederaufbau der nach dem verheerenden Beben 2010 stark zerstörten Insel auf. Um wie viel Geld es bei möglichen Unregelmäßigkeiten ging, gab die BBC nicht an. Nach Angaben der britschen Tageszeitung "Guardian" waren die Vorwürfe schon 2012 laut geworden. Damals hatte der Verband von Trinidad und Tobago geklagt, dass das für Haiti vorgesehene Geld auf ein von Warner kontrolliertes Konto geflossen sei. Warner hatte die Vorwürfe abgetan: "Ich habe niemanden irgendetwas zu beantworten." Die Fifa stellte laut "Guardian" Zahlungen an den Verband von Trinidad und Tobago ein.

Gesuchter Argentinier stellte sich in Italien

Unterdessen hat sich am Dienstag der argentinische Unternehmer Alejandro Burzaco, der im Rahmen des Fifa-Skandals von der internationalen Kriminalpolizei gesucht wurde, in Bozen gestellt. Der 50-jährige Medienunternehmer wurde seit vergangener Woche gesucht.

Die Fifa findet das alles bestimmt nicht lustig, Humor hat sie trotzdem. Mediendirektor Walter de Gregorio machte am Montagabend in der Talksendung "Schawinski" auf SRF 1 folgenden Witz: "Fifa-Präsident Sepp Blatter, sein Kommunikationschef und der Generalsekretär sitzen im Auto. Wer fährt? – Die Polizei!" (APA, red, 10.6.2015)

  • Warner in der Bredouille.
    foto: reuters/silva

    Warner in der Bredouille.

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