Landwirtschaftliche Düngemittel als tödliche Gefahr für Fischvielfalt

15. Juni 2015, 10:51
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Forscher untersuchten Auswirkungen von Wasserverschmutzung durch Pflanzennährstoffe auf Fischbestände in Flussmündungsgebieten

Santa Cruz - Zu viele Nährstoffe aus Düngemitteln in Flüssen lassen die Fischbestände an den Mündungen schrumpfen und schaden damit nicht nur den lokalen Ökosystemen, sondern auch der Fischerei. Das berichten US-amerikanische Forscher in einer aktuellen Studie im Fachblatt "PNAS".

Die Wissenschafter untersuchten Daten der vergangenen 40 Jahre über die Bestände zweier Plattfischarten - Parophrys vetulus und Citharichthys stigmaeus - sowie die Wasserqualität und Klimafaktoren an der Mündung des Elkhorn Slough in der Bucht von Monterey in Kalifornien.

Tödlicher Kreislauf

Das Ergebnis: Im unter anderem durch Ammonium, Nitrat, Nitrit und Phosphate aus landwirtschaftlicher Anwendung aber auch aus Abwässern überdüngten Wasser wachsen vermehrt Algen. Wenn sie absterben, wird dem Wasser bei ihrer Zersetzung durch Mikroorganismen Sauerstoff entzogen - man spricht dabei von Hypoxie.

"Wir haben herausgefunden, dass der Rückgang des Sauerstoffgehalts im Wasser durchgängig mit dem Rückgang der Vielfalt und der Menge der Fische im Elkhorn Slough einhergeht", so Erstautor Brent Hughes von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz. "Vor allem sahen wir einen Schwund bei bestimmten Fischarten, die das Mündungsgebiet als Kinderstube nutzen", so der Forscher. Dazu zählten neben den untersuchten Plattfischen auch etliche andere Arten, darunter Rochen und Haie.

Überlappende Ökosysteme

Die Auswirkungen dieser Entwicklung seien auch für die Fischer in der Bucht spürbar. Letztlich würde von Verbesserungen im Landmanagement auch die dortige Fischerei profitieren, betonen die Forscher. "Wir brauchen einen besseren Dialog zwischen den Verantwortlichen für Land und Meer, zwischen Bauern und Fischern, um die schädlichen Auswirkungen der Nährstoffe auf die Ökosysteme von Küste und Ozean zu verringern", so Co-Autorin Mary Gleason.

Für die Ostsee hatten Wissenschafter vor einem Jahr berichtet, dass sich die Fläche der sauerstoffarmen "Todeszonen" im vergangenen Jahrhundert dort mehr als verzehnfacht hat - auf 60.000 Quadratkilometer. Hauptursache ist demnach der Eintrag von Nährstoffen etwa durch die Landwirtschaft. (APA, red, 15.6.2015)

  • Luftaufnahme von Agrarflächen, die direkt an den Elkhorn Slough in Kalifornien angrenzen.
    foto: keith ellenbogen

    Luftaufnahme von Agrarflächen, die direkt an den Elkhorn Slough in Kalifornien angrenzen.

  • Den dort heimischen Fischen wird das zum Verhängnis. Im Bild: ein junges Parophrys vetulus-Exemplar.
    foto: kirsten ramey, california department of fish and wildlife

    Den dort heimischen Fischen wird das zum Verhängnis. Im Bild: ein junges Parophrys vetulus-Exemplar.

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