Semmeringtunnel: Baustart auch in Gloggnitz

9. Juni 2015, 12:56
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Baulos über 457 Millionen Euro an Konsortium aus Implenia, Hoch-Tief Infrastructure und Thyssen Schachtbau vergeben

Wien/Gloggnitz/Mürzzuschlag - Der Bau des Semmering-Basistunnels startet nach dem Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts nun auch in Niederösterreich, konkret bei Gloggnitz. Die ÖBB haben für das zweite von drei Baulosen - ein 7,4 Kilometer langes Teilstück - ein Konsortium aus Implenia, Hoch-Tief Infrastructure und Thyssen Schachtbau vergeben. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 457 Mio. Euro, teilten die Bundesbahnen mit.

Die Entscheidung für die Bietergemeinschaft aus der schweizerischen Implenia, der deutschen Thyssen und der heimischen Hoch-Tief fiel nach umfangreicher Prüfung und einem EU-weiten Vergabeverfahren auf die Bestbieter, so die ÖBB am Dienstag in einer Aussendung.

Zehn Jahre Bauzeit

Das Teilstück Tunnel Gloggnitz liegt zur Gänze in Niederösterreich und ist das zweite von drei großen Tunnel-Baulose für die Semmering-Bahnunterquerung zwischen Niederösterreich im Norden und der Steiermark im Süden. Gebaut wird in einem Bagger- und Sprengverfahren von zwei Baustellen ausgehend - einerseits vom Tunnelportal in Gloggnitz in Richtung Mürzzuschlag und andererseits arbeiten sich die Mineure von einem Zugangsschacht in der Göstritz (Schottwien, NÖ) in Richtung Gloggnitz und Mürzzuschlag untertage vorwärts. Baustart ist noch heuer im Sommer. Beschäftigt werden 400 Leute für rund zehn Jahre.

Die Voraussetzungen für den baldigen Tunnelbaustart in Gloggnitz sind seit vergangenen Herbst dank zweier neuer Eisenbahnbrücken geschaffen. Diese ermöglichen es während der Bauarbeiten eine Zufahrt zum Tunnelportal, lassen die künftige Trasse erkennen.

Der Semmering-Basistunnel ist als zweiröhriges Tunnelsystem konzipiert und wird rund 27 Kilometer lang. Die Fahrzeit zwischen Wien und Graz soll sich auf zwei Stunden verkürzen, Bahnchef Christian Kern erwartet sich deutlich mehr Fahrgäste durch das Projekt. Die Südstrecke der Eisenbahn soll zum Auto und zum Lkw konkurrenzfähig werden. (APA, 9.6.2015)

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