Schwedischer Politiker vergleicht Regenbogenfahne mit Hakenkreuzflagge

9. Juni 2015, 11:35
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Christdemokrat wollte bunte Rathaus-Beflaggung während einer Pride-Veranstaltung verhindern – Sturm der Entrüstung

Ein Politiker in der schwedischen Gemeinde Surahammar hat angesichts eines Gemeinderatsbeschlusses zur Beflaggung des Rathauses Regenbogenfahnen mit Hakenkreuzfahnen verglichen. Der Christdemokrat Morgan Emgardsson wollte die Beflaggung anlässlich einer Parade für Homosexuellenrechte verhindern und argumentierte damit, dass man in dem Fall auch Fahnen mit Hakenkreuzen erlauben müsste.

Emgardsson löste mit seinem Vergleich landesweit Entrüstung aus, was auch Parlamentsabgeordnete auf den Plan rief. Der sozialdemokratische Mandatar Olle Thorell bezeichnete die Äußerung als "furchtbar" und bescheinigte Emgardsson eine "seltsame Sichtweise". Die Zentrumsabgeordnete Eva Björck wies darauf hin, dass die Regenbogenfahne ein Symbol der Gleichberechtigung sei, was man von der Naziflagge nicht behaupte könne.

Das Rathaus von Surahammar wird sich jedenfalls während der Pride-Parade im nahen Västeras übernächstes Wochenende (25. bis 27. Juni) bunt präsentieren. Der Gemeinderat beschloss die Beflaggung mit der Regenbogenfahne laut der Zeitung "Västmanlands Tidning" vom Dienstag mit großer Mehrheit. Emgardsson stimmte dagegen. (APA, 9.6.2015)

  • Flagge ohne Kreuz.
    foto: reuters/neil hall

    Flagge ohne Kreuz.

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