"Fuck you all": Uwe Boll rechnet mit Kickstarter und Hollywood ab

9. Juni 2015, 10:33
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Filmemacher zeigt sich nach gescheiterter Finanzierung von "Postal 2" und "Rampage 3" erbost

Filmemacher Uwe Boll hat offenbar nicht so viele Fans, wie er dachte. Der für seine Videospiel-Verfilmungen bekannte Regisseur scheiterte bereits zum dritten Mal bei dem Versuch, ein Projekt über Crowdfunding-Plattformen zu finanzieren. Nach dem Film zum Shooter "Postal 2" verpasste nun auch "Rampage 3" sowohl bei Indiegogo als auch bei Kickstarter deutlich das Finanzierungsziel. Ein Rückschlag, den Boll zum schimpfwortgewaltigen Angriff auf die Community, Kollegen und Plattformbetreiber provozierte.

Gescheitert

"Das war meine dritte Kampagne, nachdem 'Postal 2' gescheitert ist", zeigt sich Boll in einem Youtube-Video erzürnt. "Was ich damit sagen will: fickt euch selbst. Denn es ist so verdammt absurd, welche Amateure Geld auf diesen absurden Webseiten sammeln." Für "Postal 2" konnte Boll nicht einmal ein Zehntel der benötigten 500.000 Dollar aufstellen. Und selbst das mit 50.000 Euro recht niedrig angesetzte Budget von "Rampage 3: No Mercy" bekam der Regisseur nicht zusammen.

"Es sieht so aus, als schert ihr euch einen Dreck um 'Rampage 3', also sollte ich es vielleicht nicht machen. Ich habe genug Geld, um bis zu meinem Tod Golf zu spielen." Kickstarter sei für ihn gestorben.

uwe boll raw
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Zurückgebliebener Zauberer

In seinem Wutausbruch, der sich über ein 90-sekündiges und ein fast fünfminütiges Video zieht, rechnet Boll nicht nur mit Crowdfunding sondern auch mit Hollywood, George Clooney und Marvel-Superhelden ab. "Ich wollte 'Rampage 3' machen, weil es ein wichtiger Film ist, aber es sieht so aus, als gäbet ihr lieber 600.000 Dollar für einen Film über einen zurückgebliebenen Zauberer in einem Wald aus oder irgendwelchen 'Marvel Avengers'-Dreck. Also auf Wiedersehen, auf Wiedersehen Hollywood."

Im Rundumschlag beschwert sich Boll unter anderem wegen Jennifer Lopez, die sich öffentlich für Umweltschutz einsetze und gleichzeitig auf Privatflüge bestehe, und beklagt die Scheinheiligkeit der Stars. "Es ist alle Fake... Deshalb habe 'Rampage' gemacht und das ist, was der Typ gesagt hat: wir müssen die verdammten Reichen umbringen." Fraglich ist, ob er sich als frühpensionierter Golfspieler damit auch selbst meint. (zw, 9.6.2015)

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