Starkregen und Gewitter versetzten Flüchtlinge in Salzburg in Aufruhr

9. Juni 2015, 10:13
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Feuerwehr musste zur überschwemmten Zeltstadt gerufen werden

Salzburg – Die heftigen Gewitter und der Sturzregen haben am Montagabend in der Zeltstadt auf dem Sportplatz der Landespolizeidirektion Salzburg für Aufruhr gesorgt: Weil die Zelte durch die Regenmassen überschwemmt wurden, liefen die Asylwerber aus ihren provisorischen Unterkünften.

"Gegen 21:40 Uhr sind mehrere Asylwerber in die Polizeidirektion gekommen, weil sie durch den Sturzregen nervös wurden und wegen der Stromkabel Befürchtungen hatten", bestätigt Polizeisprecherin Eva Wenzl dem STANDARD. Mehrere Streifen und Reserveeinheiten, die für den G7-Gipfel im bayrischen Elmau auf Abruf standen, waren im Einsatz. Die rund 30 bis 40 Polizisten konnten die 207 Flüchtlinge, die derzeit in der Zeltstadt untergebracht sind, beruhigen.

Stromkabel wettersicher

Die Feuerwehr wurde gerufen, um die Lage am Polizeisportplatz abzuklären. Um Pumpen einzusetzen sei aber zu wenig Wasser da gewesen, sagt Wenzl, die Feuerwehr habe das am Sportplatz stehende Wasser so gut wie möglich mit Wasserschiebern beseitigen können. Auch die Verkabelung wurde von der Feuerwehr überprüft und für wettersicher erklärt. Die verlegten Stromkabel seien mit Sicherheitsschaltern ordentlich verlegt worden.

Nach dem Sturzregen habe die Betreuerfirma den Flüchtlingen angeboten, die Nacht im Turnsaal der Polizeidirektion, in dem bereits 32 Flüchtlinge untergebracht sind, zu verbringen. Die Asylwerber hätten aber abgelehnt, nachdem die Feuerwehr versicherte, dass die Verkabelung sicher sei, erklärte die Polizeisprecherin.

"Weg mit den Zelten"

"Weg mit den Zelten", sei die Devise, appellierte indes Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Dienstag nach dem Ministerrat an die Länder. Faymann erkannte zwar an, dass schon mehr Quartiere geschaffen wurden, aber insgesamt noch "zu wenig". Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) verwies auf eine bestehende Frist bis 19. Juni, ehe bei Nichterfüllung der Quoten Kasernen zur Unterbringung geöffnet werden. (Stefanie Ruep, 9.6.2015)

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