Apple: "App Store wichtiger als industrielle Revolution"

9. Juni 2015, 08:35
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iPhone-Hersteller sorgt mit großspurigem Statement in der WWDC-Keynote für Verblüffung

Es gehört zu praktisch jeder Produktvorstellung dazu: Das eifrige Klopfen auf die eigene Schulter. Da bildet natürlich auch Apple keine Ausnahme, gerne spricht man über die eigenen Errungenschaft für die Technikwelt. Im Rahmen der Keynote zur Worldwide Developers Conference 2015 ist das Unternehmen nun aber ganz gehörig über das Ziel hinausgeschossen - und sorgt damit für Verblüffung bei zahlreichen Beobachtern.

Lobpreiset den App Store

In einem Video preiste das Unternehmen die Erschaffung des App Stores und dessen transformative Wirkung auf die Gesellschaft. Dieser habe eine neue Industrie geschaffen, von der zahlreiche Entwickler profitieren. So weit jener Teil, den Apple durchaus mit einem gewissen Recht argumentieren kann. Doch dann folgte der Satz: "Wenn sie glauben, dass die industrielle Revolution ein großer Umbruch war, der App Store ist noch ein viel größerer".

Studie

Die Grundlage dieses Statements ist eine recht kreative Auslegung einer Studie von McKinsey. In dieser wird die Behauptung aufgestellt, dass Apps Teil einer ganzen Reihe von Trends sind, die in Summe 3.000-mal größer als die Industrielle Revolution sind. Die Zahl bezieht sich darauf, dass von der Industriellen Revolution nur 10 Millionen Menschen betroffen waren, von aktuellen Trends aber drei Milliarden.

Geschichtslektion

Eine äußerst eingeschränkte Sicht auf die Geschichte, wie Vox.com attestiert. Die Industrielle Revolution habe wie kein zweites Ereignis der Geschichte die gesamte Welt verändert. Der Lebensstandard der Menschheit sei infolge rasant gestiegen, wie sich leicht nachweisen lasse. Sich in diese Reihe stellen zu wollen, sei schlicht lächerlich. (red, 9.6.2015)

  • Apple-Chef Tim Cook.
    foto: imago

    Apple-Chef Tim Cook.

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