Die neue Freiheit des Sepp B.

8. Juni 2015, 19:00
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Fifa-Boss Blatter geht es "wirklich gut" - An den Kinokassen floppt der Spielfilm über die Geschichte der Fifa derweil gewaltig

Zürich - Die Fußballwelt, die er aufgebaut hat, bricht um ihn herum zusammen, aber Joseph S. Blatter sieht aus wie ein glücklicher Rentner. Im kurzärmligen, hellblauen Hemd saß der Noch-Präsident des Weltverbands Fifa mit seiner Tochter Corinne in einem Restaurant in der Nähe des Zürichsees und lächelte in die Kamera. "Meinem Vater geht es wirklich richtig gut", sagte Corinne Blatter-Andenmatten dem Sonntagsblick. "Er fühlt sich frei wie nie in seinem Leben." Am Dienstag hatte Blatter seinen Rücktritt angekündigt. Danach wurden immer neue Details zum Fifa-Korruptionsskandal bekannt.

Whistleblower Warner

Jack Warner, eine der Schlüsselfiguren für die US-Behörden, und früher als Fifa-Vize Blatters Vertrauter, soll ähnlich wie Chuck Blazer zum "Whistleblower" gegen Blatter werden, dazu müsste er sich zunächst in den USA stellen. "Wir fordern Warner auf, uns von diesem Wahnsinn, den er über uns gebracht hat, zu befreien und sich schnell in den USA seinem Prozess zu stellen", sagte Prakash Ramadhar, Justizminister von Trinidad und Tobago.

Was der Geschäftsmann wirklich weiß und belegen kann, ist völlig offen. Am Wochenende berichtete die südafrikanische Sunday Times von einer E-Mail des Fifa-Generalsekretärs Jérôme Valcke aus dem Jahr 2007, in der er andeutet, dass Blatter wohl von jenen zehn Millionen US-Dollar gewusst habe, die Warner mutmaßlich statt für karitative Zwecke für das eigene Wohlbefinden ausgegeben hat.

Sowohl die Fifa als auch die südafrikanische Regierung behaupten, dass die Summe für ein Entwicklungsprogramm in der Karibik geflossen sei und nicht als Bestechung bei der Vergabe der WM nach Südafrika 2010 gedient habe. Der BBC zufolge seien allerdings 4,86 Millionen Euro über den Weg einer lokalen Supermarktkette zurück an Warner, damals Präsident des Kontinentalverbands von Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik (Concacaf), geflossen.

Flop

Abseits des Fifa-Skandals sorgt eine Meldung aus den USA für Belustigung unter Fifa-Kritikern. United Passions, der hochkarätig besetzte Film über die Geschichte des Weltverbandes, erlebte bei seinem Kinostart ein Debakel. Laut US-Medien spielte der Streifen, indem Tim Roth Blatter und Gérard Depardieu WM-Mitbegründer Jules Rimet geben, an den ersten beiden Tagen nur 545 Euro ein. Die Fifa hatte das Projekt mit 25 Millionen Euro finanziert. (sid, red, 8.6.2015)

  • Einfach einmal glücklich sein.
    foto: ap/bieri

    Einfach einmal glücklich sein.

  • united passions

    "FIFA!"

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