Wiener Ärzte drohen mit Streik

8. Juni 2015, 18:54
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Kein Ende bei Streit um Dienstvertrag in Sicht

Wien - Der Streit um die Ärzte der Wiener Gemeindespitäler (KAV) geht in die Verlängerung. Ein neuer Dienstvertrag ist durch die Beschränkung der wöchentlichen Ärztearbeitszeit auf 48 Stunden notwendig geworden. Dieser wurde aber schon zweimal von der Ärztekammer abgelehnt, dem nachgebesserten Angebot von Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely wurde am Montagabend ein drittes Mal eine Abfuhr erteilt. Über einen möglichen Streik soll zwischen 19. und 24. Juni abgestimmt werden.

Thomas Szekeres, Präsident der Wiener Ärztekammer, weist im STANDARD-Gespräch zurück, dass Geld der zentrale Streitpunkt mit der Stadt Wien sei. Sie habe aber als Arbeitgeber verabsäumt, rechtzeitig die neuen Dienstzeiten vorzubereiten. Auch beim letzten Gespräch habe sich Wehsely zu wenig von Personaleinsparungen distanziert und nur "Dienstpostenumschichtung" in Aussicht gestellt. Allerdings: Der einzige Punkt, wo Wehsely bei den Ärzten zuletzt nicht nachgebessert hat, sind Nachtdienstzulagen, die von den Ärzten aber gefordert werden.

Für Außenstehende schwer nachvollziehbar ist, warum bei den Wiener Ordensspitäler eine Einigung mit der Stadt Wien gefunden werden konnte, die Situation beim KAV aber Richtung Streik zu eskalieren droht. Laut Szekeres eine einfache Rechnung: Für die 800 Ärzte der Ordensspitäler wurde die gleiche Summe in die Hand genommen, wie für die 3500 KAV-Ärzte - 20 Millionen Euro. Das könne nicht funktionieren und führe zu Missmut unter den Ärzten, sie fühlen sich von ihrem Arbeitgeber nicht "wertgeschätzt". (mte, 8.6.2015)

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