Kiew: 42.500 Rebellen in Ostukraine

8. Juni 2015, 17:26
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Mehr als 9.000 russische Soldaten sollen im Einsatz sein - OSZE will Beobachterzahl im Donbass verdoppeln

Kiew - Mehr als 40.000 prorussische Rebellen kämpfen nach Angaben Kiews gegen die Regierungstruppen im Osten der Ukraine. Das Waffenarsenal der Separatisten, die über fast 560 Panzer verfügten, entspreche einer Armee "eines mittelgroßen europäischen Staates", sagte Verteidigungsminister Stepan Poltorak am Montag in Kiew. Seinen Angaben zufolge sind unter den 42.500 Kämpfern etwa 9.500 russische Soldaten.

In dem Konflikt in der Ostukraine wurden seit April 2014 bereits mehr als 6.400 Menschen getötet. Ein im Februar im Minsk unterzeichnetes Friedensabkommen konnte die Gewalt bisher lang nicht beenden. Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten in der Ostukraine militärisch zu unterstützen. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte Moskau bereits in der vergangenen Woche beschuldigt, mehr als 9.000 Armeeangehörige in der Ostukraine stationiert zu haben.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) will angesichts der andauernden Gewalt die Zahl ihrer Beobachter auf 1.000 verdoppeln, sagte der Vizechef der OSZE-Beobachtermission, Alexander Hug, am Montag nach Angaben der Agentur Unian in Kiew. Bisher habe keine Seite des Konflikts Listen über die von der Frontlinie entfernten Waffen vorgelegt, sagte Hug. Der Mitte Februar in Minsk (Weißrussland) vereinbarte Friedensplan sieht neben einer Waffenruhe auch den Abzug schweren militärischen Geräts vor.

Sieben Regierungssoldaten durch Mine getötet

In der Ostukraine sind mindestens sieben Regierungssoldaten ums Leben gekommen, als ihr Fahrzeug auf eine Mine fuhr. Das teilte ein Armeesprecher am Montag örtlichen Medien zufolge in Kiew mit. Die Militärs seien im Raum Donezk unterwegs gewesen, um Munition zu Stellungen der ukrainischen Armee zu bringen, hieß es. Ihr Lkw fuhr vermutlich auf eine Panzerabwehrmine der prorussischen Separatisten. (APA, 8.6.2015)

  • Mitglieder des rechtsextremen "Rechten Sektors" in ihrer Stellung nahe Donetsk.
    foto: reuters/klymenko

    Mitglieder des rechtsextremen "Rechten Sektors" in ihrer Stellung nahe Donetsk.

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