Telekom Austria bestätigt Erwerb des slowenischen Festnetzanbieters

8. Juni 2015, 15:57
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Zukauf von Amis schaffe Wachstumspotenzial für die Telekom-Gruppe - Stillschweigen über den Kaufpreis

Die Telekom Austria hat den Kauf des slowenischen Festnetzanbieters Amis bestätigt. Der Erwerb sei heute, Montag, vereinbart worden, hieß es in einer Mitteilung der Telekom. Über die Höhe des Kaufpreises sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es weiter. Slowenischen Medienberichten zufolge wird der Deal auf 30 Mio. Euro beziffert.

Renaissance

Der Zukauf des slowenischen Kabelanbieters, der auch in Kroatien tätig ist, schafft laut Telekom Austria zusätzliches Wachstumspotenzial für die Gruppe. "Mit der Übernahme von Amis können wir im Festnetzbereich, der gerade eine starke Renaissance erlebt, weiter wachsen", so der Telekom-Konzernchef Hannes Ametsreiter. Verkäufer sind die Finanzinvestoren Iris Capital und Kebek Private Equity sowie das Amis-Management.

Mit Amis ist die Telekom Austria jetzt in sechs von acht Märkten Komplettanbieter. In Kroatien stärke die Akquisition die bestehende Position am Markt und erweitere das Festnetz-Angebot um ultraschnelle FTTH-Anschlüsse (Fiber To The Home), hieß es.

1995 als erster alternativer Internetanbieter in Slowenien gegründet

Amis wurde 1995 als erster alternativer Internetanbieter in Slowenien gegründet und expandierte 2003 nach Kroatien. Aktuell werden in beiden Märkten rund 86.000 Kunden mit Internet, IPTV und Telefondiensten versorgt. Die Amis Gruppe erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von rund 41 Mio. Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Maribor ist seit 2006 im Besitz des belgischen Fonds Amisco, der wiederum von den Finanzinvestoren Iris Capital und Kebek Private Equity kontrolliert wird.

Mit der Amis-Übernahme dürfte das Interesse der Telekom Austria an weiteren Zukäufen in Slowenien aber noch nicht zu Ende sein. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur STA soll die Telekom an der Übernahme eines weiteren Telekommunikationsunternehmens interessiert sein. Demnach soll die Telekomzusammen mit zwei weiteren Interessenten im Rennen um T2 sein. Das angeschlagene Unternehmen besitzt das größte Glasfasernetz in Slowenien und ist der größte Anbieter von FTTH-Anschlüssen im Land.

"Bad Bank"

Die Zukunft von T2 ist mit dem Verkauf einen 150 Mio. Euro schweren Forderung gegenüber dem Unternehmen verbunden, die sich in den Händen der staatlichen "Bad Bank" befindet. Der Käufer dieser Forderung könnte laut Medienberichten über eine Umwandlung der Schuld an die Beteiligung bei T2 kommen. Neben der Telekom Austria sollen auch der britische Finanzinvestor Cinven, der potenzielle Käufer der staatlichen Telekom Slovenije, und der US-Finanzinvestors Kohlberg Kravis Roberts (KKR) ein Auge auf T2 geworfen haben, berichtete die STA am Montag. (APA, 8.6. 2015)

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