Franco "Bifo" Berardi: Die Rebellion als poetischer Akt

8. Juni 2015, 15:29
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Der italienische Querdenker kommt nach Wien, um zu zeigen, wie Widerstand gegen die Finanzwelt geht

Wien - Kann man die ungeheuerliche Tat des deutschen Absturzpiloten Andreas L. mit Arbeitsbedingungen erklären? Der italienische Theoretiker und Medienaktivist Franco Berardi hat dies versucht und dafür auch einige Kritik hinnehmen müssen. Doch solche um die Ecke gedachten Zwischenrufe sind eben auch charakteristisch für "Bifo" - so nennt sich der kritische Kopf aus Bologna gerne kurz und bündig.

Im angloamerikanischen Raum ist der Postmarxist längst ein etablierter Name. Renommierte Verlage wie MIT Press und Verso bringen seine Schriften heraus, die sich den "Helden" einer umgreifenden Kultur der Angst ebenso widmen wie jener Tendenz des digitalen Zeitalters, die unsere "Seele" zur nimmermüden Arbeitskraft umformt.

In eine ähnliche Kerbe schlägt nun auch Bifos erste deutschsprachige Veröffentlichung, Der Aufstand. Über Poesie und Finanzwirtschaft (erschienen bei Matthes & Seitz), in der er eine poetische Verweigerungsstrategie gegenüber dem Spiel des Finanzmarkts entwirft. Am Dienstag ist der Querdenker zu Gast bei der Media-Activism-Reihe der Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Der Mann soll übrigens auch sehr unterhaltsam sein! (Dominik Kamalzadeh, 8.6.2015)

9.6., 1010 Wien, Hofburg, Schreyvogelsaal, Batthyanystiege, 19.00

  • Von wegen Kopfschuss: Der Medientheoretiker Franco "Bifo" Berardi liefert Denkanstöße zu Abwehrstrategien im digitalen Zeitalter.
    foto: jens gyarmaty / visum / picturedesk.com

    Von wegen Kopfschuss: Der Medientheoretiker Franco "Bifo" Berardi liefert Denkanstöße zu Abwehrstrategien im digitalen Zeitalter.


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