Israel testete Folgen "schmutziger" Bombe

8. Juni 2015, 14:58
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Bericht: Seit 2010 laufen Versuche in der Negev-Wüste. Tests sollen Auswirkungen von möglicher Islamisten-Attacke zeigen

Jerusalem – Israel hat nach einem Zeitungsbericht in der Negev-Wüste die Auswirkungen einer "schmutzigen Bombe" getestet. Die Zeitung "Haaretz" berichtete am Montag, seit 2010 seien vier Jahre lang die möglichen Schäden eines solchen Angriffs in Israel geprüft worden. Eine "schmutzige Bombe" ist ein konventioneller Sprengsatz, der radioaktives Material enthält.

Hintergrund der Tests sei die Sorge, militante Islamisten könnten in Zukunft eine solche primitive nukleare Waffe erlangen und gegen den jüdischen Staat einsetzen. Eine Armeesprecherin in Jerusalem sagte, man prüfe den Bericht.

"Grüne Wiese"

Nach Darstellung von "Haaretz" erfolgten die Tests im Rahmen eines Projekts von Wissenschaftern des Atomreaktors in Dimona in der Negev-Wüste. Ziel des vierjährigen Projekts "Sade Jarok" (Grüne Wiese) seien Methoden zur Verteidigung gegen eine "schmutzige Bombe" gewesen. Der israelische Verteidigungsminister Moshe Yaalon hatte dem Iran 2013 vorgeworfen, er wolle Terroristen mit nuklearem Material für solche Sprengsätze ausstatten, die sie gegen Ziele im Westen einsetzen könnten.

Insgesamt seien in Israel 20 Sprengsätze mit einem Gewicht von 250 Gramm bis 25 Kilo getestet worden, schrieb "Haaretz". Sie enthielten das Isotop 99m-Technetium, das unter anderem in der medizinischen Diagnostik verwendet wird. Nur eine Explosion sei in einem geschlossenen Raum, der Rest in der Wüste erfolgt. Das Ergebnis sei gewesen, dass die Strahlung im Zentrum der Explosion sehr stark war. Eine deutlich kleinere Strahlung verbreite sich mit dem Wind.

"Die Schlussfolgerung der Studie ist, dass die Hauptgefahr solcher (schmutziger) Bomben im Vergleich zu konventionellen Sprengsätzen der psychologische Effekt auf die Öffentlichkeit ist", hieß es in dem Bericht. Eine weitere Sorge sei, dass eine Explosion mit radioaktivem Material in einem geschlossenen Raum eine lange Absperrung und aufwendige Säuberungsaktionen zur Folge hätten. (APA, 8.6.2015)

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