Tim Cook: Tech-Branche fehlen weibliche Vorbilder

8. Juni 2015, 13:34
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Unternehmen verstärkt Bemühungen zu Diversität - Kritik an schweigender Masse

Dieser Tage richten sich die Augen vieler Tech-Medien wieder auf Apple. Der Elektronikkonzern lädt zu seiner Entwicklerkonferenz WWDC und wird dort einen Ausblick auf seine Produkte und Pläne für die kommenden Monate geben. Im Vorfeld der Veranstaltung hat Apple einen eigenen Event abgehalten, zu dem alle Teilnehmer an einem eigens Firma ausgeschriebenen Stipendienprogramm geladen waren.

Das Programm wurde heuer erweitert und bietet nunmehr auch Zugang für ältere Leute, die eigentlich nicht mehr unter die übliche Definition von Schülern und Studenten fallen. Auch Apple-CEO Tim Cook war vor Ort und beschäftigte sich persönlich mit den Teilnehmern. Die Zukunft von Apple, sagt er in einem Interview mit Mashable, aber auch der gesamten Branche, liegt in Diversität.

Vorteil Vielfalt

Seiner Einschätzung nach werden jene Unternehmen mit den vielfältigsten Teams die besten Produkte etnwickeln. Apple sei alleine schon dadurch eine bessere Firma, doch es gibt noch Verbesserungspotenzial. Letztes Jahr hat der Konzern seinen ersten Diversity Report veröffentlicht. Dieser zeigt, dass 70 Prozent der Belegschaft männlich ist und 55 Prozent der Mitarbeiter in den USA weißer Hautfarbe sind.

Mehr weibliche Role Models

Die Tech-Community an sich hätte aber noch viel Arbeit vor sich, vor allem was das Anteil an und das Umfeld für Frauen betrifft. Der Vorstellung, dass Frauen einfach generell nicht an der Tech-Branche interessiert seien, teilt er nicht. "Ich denke, es ist unsere Schuld", meint der Apple-Chef. Man habe bisher nicht genug getan, um jungen Frauen zu zeigen, wie spannend und "cool" die Branche sein kann.

Es brauche vor allem mehr weibliche Vorbilder, zu welchen junge Frauen und Mädchen aufsehen und sich mit ihnen identifizieren könnten. Apple verstärke seine Bemühungen und versucht daher stärker auf Schülerinnen und Studentinnen zuzugehen, ebenso wie man die Zusammenarbeit mit Colleges verstärke, auf denen es historisch einen höheren Anteil an schwarzen Studenten gibt.

Apple gelobt Besserung für WWDC

Veränderungen werden aber nicht "über Nacht" erzielt werden. Als weiteres Hindernis bemängelt er mit einem Zitat von Martin Luther King die "erschreckende Stille der guten Leute", die selten ihre Stimmte gegen Fehlentwicklungen und Ungerechtigkeiten erheben würden.

In puncto Repräsentation hat Apple Nachholbedarf. Bei WWDC-Keynote 2014 trat lediglich eine Frau für den Konzern auf. Das, verspricht Cook, werde sich heuer ändern. (gpi, 08.06.2015)

  • Tim Cook fordert mehr Frauen und auch ethnische Diversität in der Tech-Industrie.
    foto: reuters

    Tim Cook fordert mehr Frauen und auch ethnische Diversität in der Tech-Industrie.

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