Sieben giftige Minifrosch-Spezies in Brasilien entdeckt

8. Juni 2015, 12:50
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Die Gattung Brachycephalus erhält beachtlichen Zuwachs: Forscher beschrieben sieben neue Arten aus dem Atlantischen Regenwald Brasiliens

Rio de Janeiro - Im brasilianischen Regenwald haben Forscher sieben bisher unbekannte Froscharten entdeckt. Sie alle zählen zur Gattung Brachycephalus. Deren Vertreter sind meist bunt und sehr klein: Ausgewachsen messen manche Arten gerade mal rund einen Zentimeter, die größten Arten bringen es auf keine zwei Zentimeter.

foto: luiz f. ribeiro/peerj

Gefährliches Nervengift

Damit gehören sie zu den kleinsten Wirbeltieren der Erde. Brachycephalus-Frösche haben noch eine weitere Besonderheit: Ihre Haut enthält das Nervengift Tetrodotoxin, das zu motorischen und sensorischen Lähmungen führt (und etwa auch von Kugelfischen eingesetzt wird).

foto: luiz f. ribeiro/peerj

Die Forscher um Marcio Roberto Pie von der Universidade Federal do Parana in Curitiba entdeckten die neuen Arten im Atlantischen Regenwald im Süden des Landes, wie sie im Fachjournal "PeerJ" schreiben. Sie sind endemisch, also ausschließlich in einer abgegrenzten Region zu finden, eine sogar nur auf einem einzigen Berghügel.

Hoffnung auf weitere Funde

Erstmals erwähnt wurde die Gattung Brachycephalus im Jahr 1842 von dem deutschen Naturforscher Johann Baptist von Spix. Mehr als die Hälfte der über 20 anerkannten Arten wurden allerdings erst in den vergangenen 15 Jahren beschrieben.

foto: luiz f. ribeiro/peerj

Den jüngsten Funden ging jahrelange Feldarbeit voraus. Die Forscher vermuten, dass es noch mehr unbekannte Spezies der Gattung gibt. (APA, red, 8.6.2015)

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