Unwetter: Tirol ersucht Bundesheer um Assistenzeinsatz

8. Juni 2015, 14:44
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Murenabgänge nach Regenfall, Landeshauptmann Platter sagte "schnelle Hilfe" zu

Innsbruck – Nach den schweren Unwettern in der Nacht auf Montag hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) das Bundesheer um einen Assistenzeinsatz ersucht. "Die Schäden sind enorm und die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten braucht unsere ganze Unterstützung", sagte Platter. Besonders prekär war die Lage im Sellraintal (Bezirk Innsbruck-Land) und in der Gemeinde See im Paznauntal (Bezirk Landeck).

Im Sellraintal richteten Dutzende Murenabgänge und Überschwemmungen großen Sachschaden an. Die Sellraintalstraße (L13) wurde laut den Einsatzkräften an mehreren Stellen unterspült bzw. weggerissen. Links und rechts der Straße waren Muren abgegangen. Die Melach erreichte im Sellrain in kürzester Zeit den Pegel eines 100-jährlichen Hochwassers. "Die Melach fließt teilweise durch die Häuser", beschrieb Landesbaudirektor Robert Müller die Ereignisse. Dort mussten 30 Personen vorübergehend evakuiert werden. Das Rote Kreuz richtete kurz nach Mitternacht in Oberperfuss eine Versorgungsstelle ein.

Bäche traten über Ufer

In der Gemeinde See im Paznauntal traten Bäche in der Nacht über die Ufer. Zudem soll in einem Bach-Oberlauf eine Verbauung gebrochen sein. Der Ortsteil Gries wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Etwa 20 Häuser waren betroffen, rund 100 Menschen mussten evakuiert werden.

In den vergangenen zwei Unwetternächten bewältigten die Feuerwehren in Tirol etwa 700 Einsätze mit rund 2.500 Mann. Zudem wurden die Katastrophenhilfszüge aus den Bezirken Innsbruck-Stadt, Imst und Landeck alarmiert, berichtete Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl. Über die Landeswarnzentrale wurden im Laufe des Montags ständig Anforderungen für Assistenzeinsätze eingebracht, teilte das Land mit.

Aufräumarbeiten im Sellraintal

Platter ersuchte das Bundesheer um einen Assistenzeinsatz. Im Sellraintal soll es mit schwerem Gerät bei den Aufräumarbeiten helfen. Auch nach See ins Paznauntal wurden Mannschaften geschickt. "Wir haben im Bezirk Landeck die Alarmstufe gelb ausgerufen", sagte der stellvertretende Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes Tirol, Oswald Gritsch. Unter anderem müssten Hunderte Einsatzkräfte verpflegt werden. Im Sellrain wurden zwölf vom Blitz getroffene Rinder wegen Seuchengefahr mit dem Hubschrauber geborgen und ausgeflogen.

(APA, 8.6.2015)

  • In Tirol hat Starkregen in der Nacht auf Montag schwere  Schäden angerichtet. Murenabgänge in der Gemeinde Sellrain.
    foto: apa/zeitungsfoto.at

    In Tirol hat Starkregen in der Nacht auf Montag schwere Schäden angerichtet. Murenabgänge in der Gemeinde Sellrain.

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