Kein "Zuckerl" für die ärmsten Pensionistinnen

8. Juni 2015, 11:05
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Frauenring kritisiert fehlende Entlastung für BezieherInnen einer Ausgleichszulage - Über 70 Prozent sind Frauen

Wien - Die gepriesene "Steuergutschrift" im Rahmen der geplanten Steuerreform kommt NiedrigpensionistInnen nicht zugute. Dies kritisierten am Wochenende Frauenring und die Pensionsverbände der Parteien.

Konkret geht es um jene 110 Euro Gutschrift, die PensionistInnen mit einer Pension unter 1.100 Euro erhalten sollen. Allerdings sollen BezieherInnen einer Ausgleichszulage, deren Pension damit auf 873 Euro im Monat aufgestockt wird, von diesem Steuerzuckerl ausgeschlossen werden.

Das Finanzministerium begründet den Schritt damit, dass die Ausgleichszulage bereits Steuermittel seien. 230.000 Menschen in Österreich beziehen derzeit eine Ausgleichszulage. 71 Prozent davon sind Frauen.

"Frauen profitieren von der Steuerreform insgesamt deutlich weniger als Männer, wie Expertinnen mehrfach kritisiert haben. Dass Menschen, die ohnehin ein Einkommen unter der Armutsgrenze beziehen, durch die Steuerreform leer ausgehen, ist inakzeptabel", erklärte Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Auch die Pensionisten-Verbände von SPÖ und ÖVP fordern dringend Nachbesserungen. "Wenn das so kommt, wie es jetzt im Gesetzesentwurf steht, gehen wir demonstrieren", sagte der Chef des ÖVP-Seniorenbundes Andreas Khol gegenüber dem Standard. (freu, 8.6.2015)

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