Spotify: Freie Musik rettet die Musikindustrie

8. Juni 2015, 09:12
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CEO Daniel Ek attestiert Kritikern fundamentale Fehleinschätzung - Musikindustrie könne zehnmal größer werden

Spotify-Chef Daniel Ek hat auch schon einfachere Zeiten erlebt: Die Kritik an seinem Musik-Streaming-Service ist in den letzten Monaten immer schärfer geworden. Spotify zahle zu wenig, lautet der Vorwurf. Zudem verärgert gerade das - werbefinanzierte - Gratis-Angebot des schwedischen Unternehmens so manche Künstler. Für einiges Aufsehen sorgte dabei zuletzt die Sängerin Taylor Swift, die ihre Lieder aus Protest gegen das Freemium-Modell von Spotify zurückgezogen hat.

Rettung

Alles ein Missverständnis, zeigt sich nun Ek in einem aktuellen Interview mit dem britischen Guardian überzeugt - und zwar auf Seiten der Kritiker. Gratis-Musik - und Spotify - würden die Industrie nicht zerstören sondern sie retten. Erst durch dieses Modell könne der Musikmarkt größer werden als je zuvor, betont der Spotify-CEO.

Vielfalt

"Wir werden immer besser dabei, neuen Künstlern eine Plattform zu bieten, und ihnen die nötigen Tools zu geben, um sich selbst zu vermarkten". Die Konsequenz: Die Menschen würden künftig mehr unterschiedliche Musik hören und nicht, wie viele befürchten, weniger. Und dank dem Freemium-Modell werde die gesamte Musikindustrie in einigen Jahren zehnmal so groß sein wie bisher.

Konkurrenz

Ob solche Statements ausreichen werden, die Schar der Kritiker von den Meriten des Spotify-Ansatzes zu überzeugen, darf bezweifelt werden. So hatte etwa erst unlängst der Chef von Universal Music betont, dass das freie Streaming kein langfristig brauchbares Geschäftsmodell darstelle. Zudem wird die Konkurrenz schärfer: Apple startet in Kürze mit einem eigenen Streaming-Angebot, Google hat sein eigenes Service schon länger in Stellung gebracht. Dass Apple dabei hinter den Kulissen Druck auf die Labels ausgeübt haben soll, die Spotify-Unterstützung zu begrenzen, kommt noch dazu.

Nur die Musik

Trotzdem zeigt sich Ek davon überzeugt, dass man die besseren Karten hat. Und zwar aus einem simplen Grund: Man sei als einziger Mitspieler ganz und gar auf Musik konzentriert. Die Konkurrenten verfolgen hingegen andere Motive, der eine wolle über seine Suchmaschine Werbung verkaufen, der andere interessiere sich primär für die Erlöse aus dem Hardwareverkauf. (apo, 8.6.2015)

  • Spotify-CEO Daniel Ek hat naturgemäß eine andere Sicht auf die Musikwelt als seine Kritiker.
    foto: shannon stapleton / reuters

    Spotify-CEO Daniel Ek hat naturgemäß eine andere Sicht auf die Musikwelt als seine Kritiker.

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