Südkorea meldet siebenten Mers-Toten

9. Juni 2015, 05:59
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Acht neue Patienten mit der schweren Atemwegserkrankung, Reisewarnung in Hongkong

Seoul - Fast drei Wochen nach dem Ausbruch von Mers in Südkorea sieht die Regierung den Kampf gegen die Atemwegserkrankung an einem kritischen Punkt. "Diese Woche ist voraussichtlich entscheidend für die Bekämpfung von Mers", sagte der geschäftsführende Premierminister Choi Kyung Hwan am Dienstag bei der täglichen Krisensitzung der Behörden. Das Gesundheitsministerium meldete den siebenten Todesfall.

Das Coronavirus (Mers-CoV) forderte acht Neuerkrankungen. Beim bisher größten Mers-Ausbruch außerhalb Saudi-Arabiens stieg die Zahl der Patienten damit auf 95.

Die Sorgen der Bürger, dass der Mers-Ausbruch sich negativ auf die Wirtschaft und den Alltag auswirke, nähmen zu, sagte Choi. Die Regierung werde daher alle möglichen Gegenmaßnahmen mit der Entschlossenheit ergreifen, die Verbreitung des Virus möglichst in dieser Woche einzudämmen.

Aus Nahost eingeschleppt

Bei dem jüngsten Todesopfer handelt es sich den Angaben zufolge um eine 68-jährige Frau, die sich während eines Spitalsaufenthalts in Seoul bei einem Mers-Patienten angesteckt habe. Bei allen bisherigen Todesfällen waren Patienten mit Vorerkrankungen betroffen.

Mers zählt wie viele Erkältungsviren und auch der Sars-Erreger zu den Coronaviren. Südkoreas Behörden gehen davon aus, dass das Virus im Mai von einem Mann eingeschleppt wurde, der zuvor von einer Nahost-Reise - dem Hauptherd des Middle East Respiratory Syndrome (Mers) - zurückgekehrt war. Das Virus wurde 2012 erstmals in Saudi-Arabien nachgewiesen.

Zehntausend Touristen betroffen

Auch die benachbarten Länder sind wegen des Mers-Ausbruchs in Südkorea zunehmend beunruhigt. Die Gesundheitsbehörden in Hongkong riefen die Bürger dazu auf, auf nicht zwingend nötige Reisen nach Südkorea zu verzichten. Davon sind einem Rundfunkbericht zufolge 10.000 bis 12.000 Touristen betroffen. Ausnahmen gibt es für Kreuzfahrten. Tausende geplante Reisen aus der Region nach Südkorea, vor allem aus China, wurden bereits storniert.

Ein achtköpfiges Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begann mit den südkoreanischen Behörden mehrtägige Untersuchungen zu dem Ausbruch. Bis zum 5. Juni waren bei der WHO 1.190 bestätigte Mers-Fälle erfasst, mindestens 444 der Patienten starben. Mehr als 2.200 Schulen und 20 Universitäten wurden in Südkorea geschlossen. (APA, 9.6.2015)

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    Eine Wärmekamera bei einer Jobmesse in Seoul soll anhand der Körpertemperatur Mers-Erkrankungen erkennen.

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