Wiener "Tatort" von Robert Dornhelm: Top oder Flop?

Ansichtssache7. Juni 2015, 18:21
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Im Fall "Gier" übernehmen die Wiener Kommissare Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) die Ermittlungen nach einem vermeintlichen Arbeitsunfall. In einer Chemiefabrik ereignet sich ein Unfall mit Flusssäure. Eine Laborantin stirbt an den Folgen der Vergiftung. Schuld daran ist ein mangelhafter Schutzanzug. Die Spur führt zum Wendler-Konzern. Robert Dornhelm führte bei diesem "Tatort" Regie.

foto: orf/hubert mican

"Dornhelm ist kein 'Tatort'-Kenner, vor den Dreharbeiten zu "Gier" habe er nur einen gesehen. Und das merkt man. Er packt zu viel in den Fall. Wirtschaftskriminalität, persönliche Bereicherung, Globalisierungskritik, verletzte Gefühle, Gewalt in der Ehe werden verhandelt. Die Figuren wirken konstruiert", schreibt Astrid Ebenführer im TV-Tagebuch, "Spannung will kaum aufkommen. Da hilft auch der Einsatz von Splitscreens nicht. Und auf den Schmäh zwischen Eisner und Fellner muss man fast ganz verzichten."

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"Leck in der Leitung, Loch in der Logik: Der neue Wiener 'Tatort' über einen Chemieunfall lässt viele Fragen offen. Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer bleiben weit unter ihrem Niveau", urteilt Christian Buß im "Spiegel". Der böse Witz wirke bemüht, die Chemieindustrie fungiere als billige Kulisse.

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Die Folge "Gier" sei von "Odenthalscher Fadheit", stellt Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung" fest, "die Ermittler machen sich auf die so langwierige wie langweilige Täter- und Motivsuche. Über das Wesen und Wirken von Schutzanzügen erfährt man jede Menge, es wird geredet und geredet und so viel geredet, dass aller Schmäh unbemerkt verdampft".

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foto: orf

Jetzt sind Sie an der Reihe: Wie hat Ihnen die Folge "Gier" gefallen? Top oder Flop? (red, 7.6.2015)

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