Die Welt verb-ess-ern

Ansichtssache8. Juni 2015, 07:00
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Mit der globalen Lebensmittelproduktion könnte man zwölf Milliarden Menschen ernähren. Könnte man. Tut man nicht. Allein in Europa verrottet ein Drittel (!!!) unseres Essens in unseren Mistkübeln oder vergletschert in unseren Tiefkühlern.

foto: orf/mischief films

David Gross will sich damit nicht abfinden und kraxelt selbst in die Müllcontainer. Wastecooking - mit Abfällen kochen - ist kein Ekel-TV, sondern der sympathische Appell eines Weltverb-ess-erers, umzudenken. Ressourcen schonen bedeutet nicht nur Rad fahren und Windräder aufstellen, sondern auch, aus angedetschten Äpfeln ein Kompott zu machen. Und auch am Spinat, der seit 2003 im Eisfach lag, stirbt man nicht.

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foto: orf/mischief films

Gross, selbst gelernter Koch, ist natürlich nicht der Erste und schon gar nicht der Einzige, der sich des Themas annimmt. Unterwegs mit seinem "Waste-Mobil", das mit altem Speiseöl fährt und nach Schnitzel riecht (am Anhänger ein zur stylischen Garküche umgebauter Müllcontainer), besucht der Salzburger Gleichgesinnte in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und in Frankreich.

Da wird per Handy-App nach Obst im öffentlichen Raum gesucht, da wird Blütengelee aus Unkraut gewonnen, da wird der Beifang nicht ins Meer zurückgeworfen, sondern zu einer Fischsuppe verwertet, da verschenkt ein Supermarkt seine abgelaufene Ware; und da wird Kindern gezeigt, dass Mehlwürmer der Protein-Hit sein werden, wenn sie einmal groß sind. O. k., doch ein bisserl Ekel-TV.

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foto: orf/mischief films

Schon klar: Der Verschwendungswahn passiert im großen Stil natürlich in der Nahrungsmittelindustrie (darauf wies schon Erwin Wagenhofer in "We Feed The World" hin), aber Müllkoch Gross zeigt uns, dass jeder Einzelne selbst dagegen etwas tun kann. Mahlzeit! (Gianluca Wallisch, 8.6.2015)

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