Es wird wieder entzaubert

Einserkastl7. Juni 2015, 17:30
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Man weiß, welche Geister man ruft

Entzauberungsmagie vom Feinsten verspricht vollmundig Landeshauptmann Niessl. Die Chance ist hoch, dass sein Experiment so endet wie die "Seance der schwarzen Magie und ihrer anschließenden Entlarvung" in Bulgakows Der Meister und Margarita: in einer tragikomischen Komplettkatastrophe, deren Auswirkungen noch Jahre später spürbar sind.

Der blaue Zauberlehrling des burgenländischen roten Zauberlehrlings hat schon ausreichend bewiesen, wozu er fähig und wozu er nicht fähig ist, und man weiß, welche Geister man ruft, wenn man sie in den Salon der Regierungseignung einlädt.

Woran auch der stille kleine Mann mit Mascherl scheiterte, weiß mittlerweile das ganze Land: Mit Politikern, die nicht einmal rudimentär den größten gemeinsamen Nenner aller Politik, nämlich die Menschenrechte, als solchen anerkennen, ist einfach kein demokratischer Staat zu machen. Die Vorschläge innerhalb der FPÖ reichen von Entmenschlichung à la Erd- und Höhlenmensch bis hin zu gezielter Vertreibung legal in Österreich lebender Bürger anderer Staaten.

Das alles zusammengefasst ist kein Grund für Niessl, an seinen Dompteurkünsten zu zweifeln. Wer der FPÖ - die sich über die meisten verurteilten Mitglieder aller österreichischen Parteien fleißig und anständig freuen kann - ausgerechnet das Sicherheitsressort überlässt, der trägt den Bock in einer gepolsterten Sänfte eigenhändig in den Garten. (Julya Rabinowich, 7.6.2015)

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    foto: apa/georg hochmuth
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