Die Formel 1 war einmal wie warme Semmeln

7. Juni 2015, 15:12
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Selbst der Grand Prix von Österreich in Spielberg ist kein Verkaufsschlager mehr

Montreal/Wien – Die Formel 1 bewegt noch immer viele Menschen, ein Verkaufsschlager ist sie allerdings nicht mehr. Der Grand Prix von Österreich in zwei Wochen wird jedenfalls nicht ausverkauft sein. Im Vorjahr konnten am Rennsonntag 95.000 Zuschauer auf dem Red Bull Ring begrüßt werden. Heuer erwartet Helmut Marko, der Motorsportdirektor des Hausherren, nur 60.000 bis 70.000 Zahlende. Gründe für den Rückgang kennt Marko mehrere. "Es ist die Gesamtsituation der Formel 1. Wir haben eine unglaubliche Dominanz von Mercedes. Das nimmt die Spannung heraus", sagte der 72-jährige Steirer im Vorfeld des gestrigen Grand Prix von Kanada in Montreal

Dazu komme, dass die Autos zu leicht zu fahren seien. "Man muss das Ganze wieder spektakulärer machen. Natürlich gehören da auch eine entsprechende PS-Zahl und eine entsprechende Dezibelzahl dazu. "

Handeln statt reden

Abhilfe soll 2017 ein neues Reglement bringen. In der Strategiegruppe, der auch die Teams angehören, wird Marko "viel zu viel geredet und zu wenig gemacht". Jeder wolle seinen Vorteil erhalten, "aber keiner denkt daran, was für den Sport gut ist. Es hilft ja nichts, wenn ich überlegen bin, das aber nur einem immer geringeren Auditorium kundtun kann." Angesichts sinkender Fernsehquoten und Zuschauerzahlen fordert Marko, dass die Königsklasse wieder vom Automobilweltverband (Fia) und dem F1-Management (FOM) geschupft wird. Für Red Bull geht es vor allem darum, bald konkurrenzfähige Motoren zu bekommen. Der Vertrag mit Partner Renault läuft noch bis 2016.

Gerüchte um einen möglichen Teilverkauf des Teams an VW bzw. Audi tat Marko als "Pressethema" ab. Aktuell sei man aber nicht wettbewerbsfähig. Das wirke sich auch auf den Absatz in Spielberg aus. "Als Red Bull haben wir ja viele Fans in Österreich. Dazu kommt, dass es keinen österreichischen Fahrer gibt. Da ist leider nichts in Sicht." (APA, red, 7.6.2015)

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