Proteste erzwangen Abbruch eines Neonazi-Aufmarschs in Neuruppin

7. Juni 2015, 14:18
94 Postings

600 Rechtsextremisten kamen nicht voran

Neuruppin - Rund 1.400 Menschen haben am Samstag überwiegend friedlich gegen eine Demonstration von Rechtsextremisten in Neuruppin in Deutschland protestiert und deren Ende erzwungen. Die rund 600 Rechtsextremisten kamen nicht voran, weil Gegendemonstranten ihnen den Weg versperrten, wie ein Polizeisprecher berichtete.

Der Organisator des rechten Aufmarschs lehnte die daraufhin vorgeschlagene Ausweichroute ab und beendete seine Veranstaltung.

Zahlreiche Vereine, Kirchen, Gewerkschaften und Initiativen hatten sich den Rechtsextremisten entgegengestellt und unter dem Motto "Schöner leben ohne Nazis - Vielfalt ist unsere Zukunft" ein großes Fest organisiert. Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde wertete den Abbruch als Erfolg. Es habe verhindert werden können, dass die Neonazis ihre Kundgebung abhalten konnten und sich zurückziehen mussten, sagte er.

30 Festnahmen

Allerdings wurden Polizisten von linken Gegendemonstranten mit Knallkörpern angegriffen, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Beamten setzten vereinzelt Schlagstöcke und Wasserwerfer ein. Insgesamt waren rund 1.500 Polizisten im Einsatz.

30 Gegendemonstranten wurden in Gewahrsam genommen, 9 wegen Widerstands und Körperverletzung angezeigt. Ermittelt wird auch gegen einen Rechtsextremisten, der tätowierte NS-Insignien zeigte. Zudem müssen sich 15 Personen, die die Polizei der linken Szene zuordnet, wegen Eingriffs in den Bahnverkehr verantworten. Sie hatten eine Bahnstrecke blockiert und einen Zug aufgehalten. (APA/dpa)

  • Neonazis.
    foto: imago/markus heine

    Neonazis.

Share if you care.