American Pharoah erster Triple-Crown-Sieger seit 1978

7. Juni 2015, 12:56
17 Postings

Start-Ziel-Sieg bei Belmont Stakes mit Jockey Espinoza vor 90.000 Fans - Zwölftes Triple seit 1875

New York - 37 Jahre hat es gedauert, doch nun hat mit American Pharoah wieder ein Pferd die "Triple Crown" geholt: Den Sieg beim Kentucky Derby, den Preakness Stakes und nun am Samstag den Belmont Stakes. Jockey Victor Espinoza ballte die Faust, als er mit dem Siegerpferd die Ziellinie überquerte, und nicht weniger als 90.000 Zuschauer jubelten über den geschichtsträchtigen Sieg.

Denn der 43-jährige Espinoza selbst hatte mit verschiedenen Pferden schon zweimal knapp das Triple verpasst. Doch nun ist der "Fluch" von Affirmed, dem bisher letzten Siegerpferd 1978, gebrochen. Seit dem damaligen Hattrick hatten nicht weniger als 13 Pferde die ersten beiden Rennen der Serie gewonnen, dann aber beim schwierigsten und längsten im Belmont Park (1,5 Meilen) noch verloren.

Doch Espinoza wusste an diesem Tag schon bald, dass es diesmal reichen würde. "Nach der ersten Kurve hatte ich das beste Gefühl, das ich je hatte", sagte der Jockey. "So wie er läuft und seine Beine streckt, wie er den Boden berührt, fühlt es sich gar nicht so schnell an. Man glaubt, er läuft in Zeitlupe", meinte Espinoza nach dem Sieg in 2:26,65 Minuten. Davon war aber keine Rede, denn der erste Verfolger Frosted lag mit fünfeinhalb Längen schon klar zurück, Rang drei ging an Keen Ice.

the new york racing association, inc.
American Pharoah holt das Ding.

Espinoza krönte sich nicht nur zum ältesten Jockey, der dieses Kunststück je schaffte, sondern auch zum ersten Latino. Insgesamt schraubte American Pharoah seine Preisgeld-Einkünfte damit auf 4,5 Mio. Dollar. Allein für das Kentucky Derby (1,4 Mio.), das Preakness (900.000) und das Belmont (800.000) waren es 3,1 Mio. Dollar (2,76 Mio. Euro). Zehn Prozent davon gehen übrigens an den Jockey.

American Pharoah ist überhaupt erst der zwölfte "Triple-Crown-Champion". Das erste Pferd, das alle drei Rennen in Folge gewann, war "Sir Barton" anno 1919. Die Belmont Stakes werden überhaupt schon seit 1867 ausgetragen, alle drei Rennen und damit die "Crown" gibt es seit 1875.

Das ganz große Geschäft ist Besitzer Ahmed Zayat nun wohl sicher, die Zuchtrechte hat er schon verkauft. Doch einem wahren Pferdeliebhaber geht es nicht ums Geld. "Er bewegt sich wie ein Ferrari, er läuft wie ein Ferrari. Hier geht es um keinen von uns. Es geht um American Pharaoh und was er für unseren wundervollen Sport bedeutet", meinte Zayat pathetisch. Seiner Familie und auch den Fans hat er versprochen, dass das Pferd, das nun zu einer Legende geworden ist, so lange wie möglich Rennen laufen wird. "Wir müssen unsere Stars genießen", ergänzte Zayat. (APA/Reuters, 7.6.2015)

  • Das heißeste Pferd im Stall: American Pharoah.
    foto: ap/wenig

    Das heißeste Pferd im Stall: American Pharoah.

Share if you care.