US-Regierung: Snowden hat Infos zu Waffensystemen gestohlen

7. Juni 2015, 11:42
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Ein neuer Bericht des Verteidigungsministeriums wirft dem Whistleblower vor, weitaus mehr Dokumente als "nötig" kopiert zu haben

Das US-Verteidigungsministerium fährt eine neue Kampagne gegen den NSA-Whistleblower Edward Snowden: Laut einem internen Bericht soll Snowden mehr als 900.000 Dokumente aus dem Pentagon entwendet haben, die nichts mit den Themen Überwachung oder Cyberkriegsführung zu tun haben. Entspräche dies der Wahrheit, könnte das für Snowden neue Probleme bedeuten. Denn bislang beruft sich der Whistleblower darauf, er habe die US-Bevölkerung und Internetnutzer weltweit über die Spionage-Maschinerie der NSA informieren wollen.

Wirkungsvolle Enthüllungen

Dieser Weckruf durch Snowden zeigte in den vergangenen Monaten durchaus Wirkung: Der US-Senat beschloss etwa eine einschneidende Reform der US-Vorratsdatenspeicherung. Die US-Regierung könnte deshalb versuchen, die Vorwürfe gegen Snowden neu einzuheizen, vermutet Business Insider. Tatsächlich sollen bis zu 250 Mitarbeiter des Pentagon damit beschäftigt sein, den Snowden-Leak zu analysieren. Noch immer ist dabei nicht ganz klar, wie viele Dokumente Snowden entwendet hat.

"Irreführung" durch US-Regierung

Snowden US-Anwalt Ben Wizner von der Bürgerrechtsorganisation ACLU findet für die neuen Vorwürfe klare Worte. Gegenüber Vice News gibt Wizner an, Snowden habe geheime Informationen veröffentlicht, um die Öffentlichkeit aufzuklären. Das Verteidigungsministerium betreibe nun laut Wizner das genaue Gegenteil: Es publiziert geheime Infos, um die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. (fsc, 7.6.2015)

  • Die US-Regierung will Edward Snowden desavouieren
    foto: apa/epa/dietze

    Die US-Regierung will Edward Snowden desavouieren

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