Conwert: Großaktionär Sagi gewinnt Machtkampf gegen Klaus Umek

5. Juni 2015, 21:18
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Sagis Vertreter Phillip Burns und Barry Gilbertson neu im Verwaltungsrat - Mitgliederzahl im Verwaltungsrat von fünf auf vier reduziert

Wien - Beim börsennotierten Immobilienkonzern Conwert ist es dem neuen Hauptaktionär Teddy Sagi mit einem umstrittenen Schachzug gelungen, sich mit nur 24,79 Prozent der Stimmrechte die Hälfte der Sitze im Verwaltungsrat des Unternehmens zu sichern.

Bei der zum Teil hitzig geführten Conwert-Hauptversammlung am Freitag gelang es Sagis Investmentgesellschaft MountainPeak Trading Ltd. in einem ersten Schritt, die Mitgliederzahl des Verwaltungsrates von fünf auf vier zu reduzieren. Bei der anschließenden Abstimmung um die Besetzung der beiden freien Plätze im Verwaltungsrat setzten sich die Kandidaten von MountainPeak durch: Der Anwalt Phillip Burns (47) und Barry Gilbertson (63) wurden für fünf Jahre neu in den Verwaltungsrat gewählt. Als Gegenkandidaten hatte die Aktionärsgruppe Petrus Advisers von Klaus Umek den Wirtschaftsprüfer Erich Kandler vorgeschlagen, der jedoch in den direkten Abstimmungen sowohl gegen Burns als auch gegen Gilbertson unterlag.

Neuwahl

Auf der Tagesordnung der 14. ordentlichen Conwert-Hauptversammlung war ursprünglich eigentlich die Neuwahl von drei Mitgliedern des Verwaltungsrates gestanden. Eveline Steinberger-Kern war bereits mit Wirkung vom 27. April 2015 als Mitglied des Verwaltungsrates zurückgetreten. Sie sollte durch den Immobilien-Manager und Anwalt Burns ersetzt werden. Formal vorgeschlagen wurde Burns vom Verwaltungsrat, der erst durch Sagis MountainPeak auf jenen aufmerksam geworden war, wie Verwaltungsrats-Chefin Kerstin Gelbmann einräumte.

Gelbmann selbst und ihr Stellvertreter Alexander Tavakoli hatten bereits vor der Hauptversammlung ihren Rücktritt erklärt. Für die Nachbesetzung ihrer Posten hatte MountainPeak die Immobilienexperten Maureen Harris (49) und Barry Gilbertson (63) vorgeschlagen, für Petrus Advisers wollte Erich Kandler in das Kontrollgremium einziehen. Petrus Advisers und Kandler hatten bereits im Vorfeld der Hauptversammlung vor einer drohenden Beherrschung des Unternehmens durch den neuen Kernaktionär gewarnt, der mit 24,79 Prozent der Anteile nicht einmal die Sperrminorität hält.

Bei drei freien Posten im Verwaltungsrat hätte Kandler als Vertreter der Minderheitsaktionäre bereits ein Drittel der Stimmen gereicht, um in den Verwaltungsrat gewählt zu werden. Das verhinderte MountainPeak aber mit dem kurzfristig eingebrachten und rechtlich umstrittenen Antrag, den Verwaltungsrat von fünf auf vier Mitglieder zu reduzieren. Diese Abstimmung entschied MountainPeak mit 50,4 zu 49,6 Prozent der Stimmen knapp für sich. Maureen Harris hatte für diesen Fall bereits angekündigt, ihre Kandidatur zurückzuziehen.

Erich Kandler trat nun in zwei Abstimmungen gegen Burns und Gilbertson an - er unterlag Burns mit 43,75 zu 56,25 Prozent und hatte auch gegen Gilbertson mit 44,88 zu 55,12 Prozent das Nachsehen.

MountainPeak hatte Mitte Mai das Aktienpaket des Bauunternehmers Hans Peter Haselsteiner übernommen und will nun den Immobilienmanager Ben Lehrecke zum neuen Conwert-Chef machen, der sich bei der Hauptversammlung den Aktionären vorstellte. Der bisherige Conwert-Chef Clemens Schneider hat das Unternehmen nach dem Einstieg von MountainPeak verlassen - das Geschäftsführende Direktorium von Conwert besteht derzeit nur aus Thomas Doll. (APA, 5.6.2015)

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