Der Galopp und die dreifache Krone

5. Juni 2015, 20:31
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Die Triple Crown ist der Grand Slam im Pferdesport. American Pharoah hat schon zwei Drittel gewonnen. Bei den Belmont Stakes in New York kann sich das Ross krönen

New York / Wien - Die dreifache Krone des US-Galopprennsports ist legendär. Und äußerst selten. Denn da muss ein Pferd drei wichtige Rennen auf drei verschiedenen Rennbahnen innerhalb von fünf Wochen gewinnen: das Kentucky Derby in Louisville über 2000 Meter, die Preakness Stakes in Pimlico (Baltimore) über 1900 Meter und schließlich die Belmont Stakes in New York über 2400 Meter. Seit 1919 gelang das Kunststück elf Pferden, wobei auffallend ist, dass bis in die späten 40er-Jahre des vorigen Jahrhunderts die Dreierserie keine so große Seltenheit war. Doch seit 1948 gelang es nur 1973 (Secretariat), 1977 (Seattle Slew) und 1978 (Affirmed). Zwar konnten 13 Galopper die ersten beiden Rennen gewinnen und vier davon sogar in den Belmont Stakes den zweiten Platz belegen, aber es war eben nur der zweite Platz.

Scheich Hamdan al Maktoum, einer der größten Rennstallbesitzer der Welt und als solcher in vielen bedeutenden Rennen erfolgreich, glaubt auch eine Erklärung dafür zu haben: "Der Druck ist zu groß. Die Pferde sind noch jung und sollen in fünf Wochen drei ganz schwere Rennen laufen." Und er führt noch ein weiteres Argument an: Das Anti-Bluter-Medikament Lasix wird in den USA noch immer häufig verwendet. Es könnte zu einer Überstrapazierung der Pferde führen.

Heuer jedenfalls ist es wieder so weit. American Pharoah hat unter Jockey Victor Espinoza sowohl das Kentucky Derby als auch die Preakness Stakes sicher gewonnen. Am Samstag ist er klarer Favorit für die Belmont Stakes. Sein Besitzer Ahmed Zayat, der mit einer Brauerei-Gruppe in Ägypten ein beträchtliches Vermögen erworben hat, widmet sich seit 2007 hauptsächlich dem US-Rennsport. "Wir würden in die Geschichte eingehen", meinte er lachend nach dem Preakness-Erfolg. "Ich könnte nicht glücklicher sein." Inzwischen zeigt sich auch Trainer Bob Baffert, der schon dreimal mit seinen Pferden an der dritten Hürde gescheitert ist, zuversichtlicher. Der letzte Trainingsgalopp von American Pharoah am Montag in Louisville befriedigte ihn. "Er ging so, wie wir es erhofft hatten. Wenn er auch in New York sein Rennen läuft, wird er schwer zu bezwingen sein." Im Gegensatz zu den bisherigen Triple-Crown-Siegern ist er allerdings noch nie in New York gestartet, hat dort nicht einmal trainiert. Einer seiner Hauptkonkurrenten, Mubtaahij, kommt übrigens aus dem Stall der Maktoums. Er trainiert seit Mitte Mai in New York. (Nikolaus Dolenz, 5.6.2015)

  • Das Pferd aller Pferde wird fein herausgeputzt: American Pharao.
    foto: ap/jacobson

    Das Pferd aller Pferde wird fein herausgeputzt: American Pharao.

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