FPÖ fünf Prozentpunkte vor den einzelnen Koalitionsparteien

6. Juni 2015, 08:14
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Die Mehrheit der heimischen Wahlberechtigten ist unzufrieden mit Wahlergebnis vom Sonntag

Linz - Die Ergebnisse der Landtagswahlen in der Steiermark und im Burgenland haben den Freiheitlichen bundesweit weiteren Auftrieb verschafft: Würde jetzt gewählt, hätte die FPÖ laut Market-Hochrechnung für den Standard 28 Prozent. Die beiden Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP würden je 23 Prozent erreichen und damit auch gemeinsam eine Parlamentsmehrheit verfehlen.

Die Umfrage, die in der ersten Wochenhälfte durchgeführt wurde, hat Market-Hochrechner David Pfarrhofer vor allem durch den hohen Deklarationsgrad von FPÖ-Wählern überrascht: "Schon in den Rohdaten bekennt sich ein Viertel der Befragten zur Wahl der Freiheitlichen - an der Rückerinnerungsfrage, wen die Befragten bei der Wahl 2013 gewählt haben, kann man erkennen, dass das kein Stichprobenfehler ist, sondern auf eine klare Bewegung zur FPÖ hindeutet." Allerdings geht diese Bewegung nicht so weit, dass dem FPÖ-Chef auch die Kanzlerschaft gegönnt würde.

In der Kanzlerfrage liegt weiterhin ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner mit 23 Prozent in Führung - vor Amtsinhaber Werner Faymann (18 Prozent), Heinz-Christian Strache (17 Prozent) und Grünen-Chefin Eva Glawischnig (zehn Prozent). Die Grünen sind derzeit mit 15 Prozent stabil auf dem vierten Platz. Den Neos winken trotz Wahlschlappen in den Ländern bundesweit sechs Prozent, dem Team Stronach und dem BZÖ je ein Prozent und anderen Splittergruppen allenfalls drei Prozent.

Market fragte auch, wie das Wahlergebnis vom letzten Sonntag eingeschätzt wird. Nur die FPÖ-Wähler erklären sich mehrheitlich als zufrieden oder gar sehr zufrieden. Bei den anderen Wählergruppen dominiert die Enttäuschung, besonders bei Grünen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 6.6.2015)

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