Merkel warnt deutsche Industrie vor Abstieg zu Zulieferern

5. Juni 2015, 14:23
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Deutsche Bundeskanzlerin verteidigt Vorratsdatenspeicherung

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat davor gewarnt, dass die deutsche Industrie zum Zulieferer für amerikanische IT-Konzerne herabsinken könnte. Deutsche Unternehmen dürften angesichts der rasanten Digitalisierung die Auswertung von Daten nicht nur großen amerikanischen Firmen überlassen, die über die Nutzung von Kundendaten zu Produzenten würden, sagte Merkel am Freitag in Stuttgart.

"Ich würde mich sicherer fühlen, wenn wir ein solches Gesetz haben"

In einer Diskussion über die Folgen der Digitalisierung warb sie dafür, dass Europa und Deutschland schnell die Basis für eine eigene Nutzung von "Big Data" schaffen müssten, um selbst Kundenwünsche besser analysieren zu können. Europa habe bisher aber keine Unternehmen wie Google, Apple oder Facebook.

Merkel bezeichnete es nach jüngsten Hacker-Angriffen auf den Bundestag und Unternehmen als offene Frage, ob man nicht auch Fähigkeiten zu Cyberangriffen entwickeln müsse, um zu wissen, was Angreifer alles können. Den Gesetzentwurf der großen Koalition zur Vorratsspeicherung verteidigte sie gegen Kritik. Es könne nicht sein, dass Bürger Unternehmen alle möglichen Daten zur Verfügung stellten, aber Staaten bei mutmaßlichen Terroristen nach Anschlägen nicht einmal mit richterlicher Zustimmung für einige Wochen Kommunikationsdaten auswerten dürften. "Ich würde mich sicherer fühlen, wenn wir ein solches Gesetz haben", sagte sie. (APA, 5.6. 2015)

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