Okotie hat Verständnis für Pfiffe der Löwen-Fans

5. Juni 2015, 13:46
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"Hatten gegen Kiel große Hoffnungen in mich, die ich leider nicht erfüllte" - ÖFB-Stürmer geht von Verbleib in München aus

Stegersbach - Nach einem fulminanten Herbst ist die Frühjahrssaison für Rubin Okotie beim deutschen Fußball-Zweitligisten 1860 München nicht nach Wunsch verlaufen. Auch aufgrund von Verletzungsproblemen brachte es der ÖFB-Teamstürmer in diesem Kalenderjahr nur noch auf einen Treffer für die Bayern, und den erzielte er am 9. Februar beim 1:2 gegen Heidenheim aus einem Elfmeter.

Danach musste Okotie nicht nur wegen einer Knieverletzung wochenlang pausieren, sondern blieb auch in den jüngsten neun Pflichtspielen ohne Torerfolg. Negativer Höhepunkt war das Rückspiel in der am Ende gewonnenen Relegation gegen Holstein Kiel, als der Wiener am Dienstag bei seiner Auswechslung von den eigenen Anhängern ausgepfiffen wurde.

Dabei hatte Okotie die "Löwen" im Vorjahr mit zwölf Liga-Treffern fast im Alleingang auf Klassenerhalts-Kurs gebracht. "Aber die Fans haben in der Relegation große Hoffnungen in mich gesetzt, und die konnte ich leider nicht erfüllen. Deshalb verstehe ich ihre Enttäuschung und bin ihnen nicht böse", sagte der Angreifer am Freitag im ÖFB-Teamcamp in Stegersbach.

"Konnte nicht meine Topform erreichen"

Dass er im Frühjahr nicht mehr so gut in Schuss war, begründete Okotie mit der Anfang März erlittenen Innenbanddehnung im Knie. "Ich war zwei Monate verletzt und konnte dadurch nicht meine Topform erreichen", meinte der Ex-Austrianer, der am Samstag seinen 28. Geburtstag feiert.

Auch ohne Okotie in bester Verfassung schaffte 1860 den Klassenerhalt - sehr zur Erleichterung des österreichischen Internationalen. "Die Drucksituation im Abstiegskampf in den letzten Wochen war körperlich und mental anstrengend und hat ausgelaugt, deshalb haben jetzt die freien Tage gutgetan", erzählte der Goalgetter.

Damit den Münchnern in der kommenden Saison eine ähnliche Zitterpartie erspart bleibt, müsse sich beim Traditionsclub einiges ändern. "Wir brauchen mehr Kontinuität. Wir hatten drei Trainer, drei Tormänner, sehr viele Spieler sind eingesetzt worden. Da konnte man nie in einen Rhythmus kommen."

Okoties Leistungen in München, wo er noch bis 2016 unter Vertrag steht, weckten bei einigen Clubs Begehrlichkeiten. "Aber ich gehe davon aus, dass ich bleibe." Ganz ausgeschlossen ist ein Vereinswechsel dennoch nicht. "Jetzt liegt der Fokus einmal auf dem Russland-Spiel, dann mache ich Urlaub und werde über meine Zukunft nachdenken", betonte Okotie, der beim 1:0 gegen die "Sbornaja" im vergangenen November in Wien den entscheidenden Treffer erzielte. "Ich traue mir auch jetzt wieder ein Tor gegen die Russen zu, denn ich fühle mich gut", sagte der Stürmer. (APA, 5.6.2015)

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