Frankreichs Außenminister lehnt Boykott Israels ab

5. Juni 2015, 13:09
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Telekom-Unternehmen Orange kündigte zuvor Ende der Kooperation mit israelischem Partner an

Nach dem angekündigten Rückzug des französischen Telekommunikationsanbieters Orange aus Israel hat die Regierung in Paris ihre ablehnende Haltung gegenüber einem Boykott Israels bekräftigt. Man sei "entschieden" gegen solche Aktionen, erklärte Außenminister Laurent Fabius am Freitag.

Orange-Chef Stéphane Richard hatte in Israel heftige Kritik hervorgerufen, nachdem er in Kairo erklärt hatte, die Zusammenarbeit seines Unternehmens mit dem israelischen Anbieter Partner Communications einzustellen. Das Unternehmen relativierte die Aussage allerdings später. Im Gespräch mit der israelischen Nachrichtenseite "ynet" vom Freitag bestritt Richard vehement, dass es sich bei dem Schritt um einen Boykott Israels handle. "Wir sind Israels Freunde, wir lieben Israel", sagte er.

Einzelentscheidung unterliegt aber Unternehmen

Die Pläne von Orange für einen Rückzug aus Israel hatten unerwartet heftige politische Reaktionen in Jerusalem ausgelöst. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte die französische Regierung dazu aufgefordert, sich von "unglücklichen Äußerungen und Aktionen" von Orange zu distanzieren und beschrieb die Lage als "unverzeihliches absurdes Theater".

Der französische Staat hält ein Viertel der Anteile an Orange. Die Marke Orange ist über einen Lizenzvertrag mit Partner Communications seit Jahren in Israel - wie auch im Westjordanland und in Ostjerusalem - vertreten. Die Firma erhält gegen eine Lizenzgebühr Namen und Logo von Orange.

Richard bezeichnete die Ankündigung seines Unternehmens nach der Kritik am Freitag als "rein geschäftlich". Sie habe "absolut nichts zu tun mit irgendeiner politischen Debatte". Menschenrechtsorganisationen hatten im Mai den Rückzug von Orange wegen Aktivitäten des Lizenzpartners in den von Israel besetzten Palästinensergebieten gefordert. (APA, 5.6.2015)

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